Rennpferde - Pferderennen - Geschichte - Sport - Zucht

Erschienen am 28.02.2012

Sonderausstellung des Westfälischen Pferdemuseums Münster vom 2. März 2012 bis 23. September 2012

Pferderennen begeistern die Menschen seit Jahrtausenden. Die Wurzeln dieser weltweit ältesten organisierten Sportart lassen sich bis in die Antike zurückverfolgen. Heute lockt das Renngeschehen jährlich über 100 Millionen Besucher an - ein Zeichen für die ungebrochene Faszination schneller Pferde auf den Menschen.

Mit "Rennpferde - Pferderennen" eröffnet das Westfälische Pferdemuseum am 1. März die erste Sonderausstellung, die sich umfassend dem Pferderennsport in Deutschland widmet. In acht Themenbereichen wird dabei die ganze Vielfalt des Phänomens "Rennsport" präsentiert - von seiner Bedeutung für die Vollblutzucht über das Wettgeschäft bis hin zum Berufsbild Rennreiter. Die Ausstellung zeigt anschaulich die Besonderheiten des Galopp- und Trabrennsports und wirft einen Blick hinter die Kulissen des Renngeschehens.

Die Exponate reichen von kostbaren Gemälden und wertvollen Siegtrophäen über den Renndress aus dem Stall der Queen bis hin zu einem eindrucksvollen historischen Pferderoulette. Viele der rund 160 Exponate stammen aus Privatbesitz und werden im Westfälischen Pferdemuseum erstmals zu sehen sein.

Die Ausstellung ist in Kooperation mit dem National Horseracing Museum Newmarket entstanden. Sie wird gefördert von der Nordrhein-Westfalen-Stiftung, West-Lotto und dem Verein zur Förderung des Westfälischen Pferdemuseums. Zur Jubiläumsausstellung erscheint ein gleichnamiger Katalog mit zahlreichen Farbabbildungen.

Die acht Themenbereiche der Ausstellung:

Pferderennen - die älteste Sportart der Welt

Die Geschichte des Pferderennsports reicht bis in die Antike. Bereits die Griechen und Römer veranstalteten Wagenrennen und Wettreiten. Als Wiege des modernen Pferderennsports gilt das englische Städtchen Newmarket. Hier entstand im frühen 17. Jahrhundert die erste Galopprennbahn. In einem Buch können die Besucher die Geschichte des Rennsports entdecken.

 

 

 

 

Der "Prix de l’Arc de Triomphe" zählt zu begehrtesten Preisen im Galopprennsport. Die Stute "Danedream" gewann 2011 als zweites deutsches Pferd überlegen das mit vier Millionen Euro dotierte Rennen. Foto: © Helmut Volz, Achern

Der "Prix de l’Arc de Triomphe" zählt zu begehrtesten Preisen im Galopprennsport. Die Stute "Danedream" gewann 2011 als zweites deutsches Pferd überlegen das mit vier Millionen Euro dotierte Rennen. Foto: © Helmut Volz, Achern

Pferderennen als Zuchtauslese

Die Zucht kennt bei Rennpferden nur ein Ziel: Geschwindigkeit. Die systematische Rennpferdezucht begann im 18. Jahrhundert in England. Nach dem einfachen Prinzip "Paare das Beste mit dem Besten und hoffe auf das Beste" wählte man für die Weiterzucht immer nur Tiere aus, die auf der Rennbahn Erfolg hatten. Die Ausstellung stellt die Stammväter des englischen Vollbluts vor und präsentiert die Entstehung dieser einzigartigen Rasse. Die Besucher können dabei ein besonders außergewöhnliches Exponat bestaunen: "Haarige Überreste" von "Eclipse", des wohl wichtigsten Vollbluthengstes der Zuchtgeschichte.


Berühmte Rennpferde

Unter den Vollbütern gab es immer wieder Ausnahmepferde, z.B. die ungarische Stute "Kincsem", die im 19. Jahrhundert alle 54 Rennen gewann, in denen sie an den Start ging. Auch im 20. Jahrhundert sorgten verschiedene Pferde für Aufsehen. "Dark Ronald", "Schwarzgold", "Acatenango" oder "Lando" schrieben nicht nur Renngeschichte, sondern prägten auch die deutsche Vollblutzucht. Mit Objekten und Bildern werden ihre einzigartigen Geschichten erzählt. Ein ganz besonderes Exponat ist dabei der legendären Prix de l’Arc de Triomphe von "Danedream". Die Stute gewann 2011 als zweites deutsches Pferd den begehrtesten Preis der Welt.

"Mr. Toole schickt ein Sextett auf Reisen": Die Castroper Rennbahn wurde von dem englischen Pferdesportfachmann James Toole gestaltet und gehörte Ende des 19. Jahrhundert zu den bedeutendsten Rennbahnen im Ruhrgebiet. Foto: © WPM

"Mr. Toole schickt ein Sextett auf Reisen": Die Castroper Rennbahn wurde von dem englischen Pferdesportfachmann James Toole gestaltet und gehörte Ende des 19. Jahrhundert zu den bedeutendsten Rennbahnen im Ruhrgebiet. Foto: © WPM

Galopprennsport

Der Galopprennsport begeistert bis heute weltweit über 100 Millionen Zuschauer pro Jahr. Besonders in Ländern wie England, Frankreich oder Japan zählen Pferderennen als beliebtes Freizeitvergnügen. Das wohl berühmteste Rennen der Welt ist das "Royal Ascot Meeting", bei dem es neben den Pferden immer auch um die Mode der Damen geht. Die Ausstellung holt ein Teil des Rennspektakels nach Münster: Die Ascot Gold Vase, 1860 gestiftet von Queen Victoria.



Trabrennsport

Nach dem englischen Vollblut entstand noch eine weitere Rennpferderasse: der Traber. Man wollte eine Rasse schaffen, die sich nicht im Galopp, sondern im Renntrab mit maximaler Geschwindigkeit fortbewegt. Traber können Geschwindigkeiten von bis zu 45 bis 50 km/h erreichen. Die Besucher lernen einige der bedeutendsten deutschen Trabrennfahrer, darunter den Weltrekordler Heinz Wewering, kennen und sehen sich im Foyer einem originalen Sulky gegenüber.

 

 

 

 

 

Winterrennen auf der Dortmunder Rennbahn in den 1950er Jahren. Foto: © Dortmunder Rennverein e.V.

Winterrennen auf der Dortmunder Rennbahn in den 1950er Jahren. Foto: © Dortmunder Rennverein e.V.

Wetten

Pferderennen sind ohne Wetten undenkbar: Der im Wettgeschäft erzielte Umsatz ist die wichtigste Einnahmequelle für die Rennvereine. Doch was macht den Reiz der Pferdewetten aus? Und wie funktioniert das Wettsystem? Auf diese und weitere Fragen gibt die Ausstellung Antworten und lässt mit einzigartigen Exponaten auch im Pferdemuseum das Wettfieber ausbrechen.



Pferderennen als Gesellschaftsspiel

Die große Popularität des Rennsports Anfang des 20. Jahrhunderts spiegelt sich in einer Vielfalt an Spielzeugen wider. Die Bandbreite der Spiele reicht von schlichten Brettspielen über mechanische Miniatur-Rennbahnen bis hin zu komplizierten Automaten mit Münzeinwurf. Allen gemein ist: Die Pferde rennen um die Wette und die Spieler machen Wetteinsätze. Im Mittelpunkt der Abteilung steht ein prunkvolles "Pferde-Roulette" aus den 1920er Jahren.




Die Ascot Gold Vase stiftete Queen Victoria im Jahre 1860 und wird seitdem im Rahmen des traditionsreichen "Royal Ascot Meeting" vergeben. Foto: © National Horseracing Museum Newmarket

Die Ascot Gold Vase stiftete Queen Victoria im Jahre 1860 und wird seitdem im Rahmen des traditionsreichen "Royal Ascot Meeting" vergeben. Foto: © National Horseracing Museum Newmarket

Arbeitsplatz Rennbahn

Ein Pferd allein gewinnt noch kein Rennen. Ob Züchter, Besitzer, Futtermeister, Trainer oder Jockey: Viele Menschen sind daran beteiligt, ein Pferd startklar zu machen. Wer seine Laufbahn als Jockey startet, "endet" oft als Trainer. Die Ausstellung gibt Einblicke in das Berufsfeld Pferderennen und stellt Rennsportlegenden wie Hein Bollow und Heinz Jentzsch vor. Eine besondere Rarität erwartet die Besucher im "Jockey-Room". Hier stehen drei historische Waagen symbolisch für die wohl größte Hürde des Jockey-Berufs: Ein Körpergewicht von unter 55 kg.

 

Die Ausstellung ist vom 2. März 2012 bis zum 23. September 2012 zu sehen im:

Westfälischen Pferdemuseum im Allwetterzoo Münster, Sentruper Straße 311, 48161 Münster

Das Museum ist täglich, d.h. an Werk-, Sonn- und Feiertagen geöffnet:

April bis September 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Oktober und März 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr

November bis Februar 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr

Das Westfälische Pferdemuseum ist vollständig mit dem Rollstuhl zugänglich und verfügt über eine rollstuhlgerechte Toilette. Der Eintritt ins Museum ist im Zooeintritt enthalten.

Zur Ausstellung ist im DSV-Verlag ein gleichnamiges Begleitbuch erschienen:

Rennpferde - Pferderennen - Geschichte - Sport - Zucht

Herausgeberin: Sybill Ebers für das Westfälische Pferdemuseum Münster

Autoren: Sybill Ebers, Dr. Christoph Esch, Andreas Soika, Michael Stoffregen-Büller

Erste Auflage 2012, ISBN 978-3-981226-95-9, gebunden, 150 Seiten, 96 Abbildungen, Preis: 14,90 Euro

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