Wiesbaden: Qualifikation zur Riders Tour
Erschienen am 28.05.2012
Luciana Diniz siegte und war überglücklich
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Holger Wulschner hat Cefalo wieder zur Verfügung. In Wiesbaden wurde er auf dem 13-jährigen Caretino-Sohn im Springen der DKB-Riders-Tour Fünfter. Foto: Wego
iesbaden - Luciana Diniz konnte es kaum fassen: "Ich habe so lange darauf gewartet, endlich hat es geklappt!" Viele Male war die Brasilianerin, die für Portugal reitet und in Deutschland wohnt, schon knapp am Sieg im Wiesbadener Schlosspark vorbeigerutscht, jetzt hat sie die dritte Etappe der DKB-Riders Tour-Wertung, den Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden, gewonnen. "Heute Morgen bin ich mit Lennox am Pressezelt vorbeigeritten und habe zu ihm gesagt: Da möchte ich heute nach dem Springen, bei der Pressekonferenz der besten Drei, sitzen. Schaffen wir das?" Sie haben es geschafft! Als letztes Paar im zweiten Umlauf nahmen die Beiden dem bis dahin führenden Italiener Emanuele Gaudiano gut eine halbe Sekunde ab. Nach der Ziellinie ließ Diniz ihren Gefühlen freien Lauf, blickte immer wieder dankbar zum Himmel und strahlte über den ganzen großen Wiesbadener Turnierplatz.
Seit gut zwei Jahren sind Diniz und Lennox ein Paar und Diniz freut sich, wenn sie seine Geschichte erzählt. "Ich habe ihn nicht gesucht, Lennox hat mich gefunden und er will bei mir bleiben." Auf dem Turnier in Paris hatte der Besitzer von Lennox sie gefragt, ob sie sein Pferd reiten wolle. Diniz sah sich das Video an, probierte ihn aus und kaufte ihn sofort. Ein guter Griff!
Für Gaudiano und seine neunjährige Cornet Obolensky-Tochter Cocoshynsky war es fast ein Heimspiel. Seit sieben Jahren ist der Italiener im hessischen Büttelborn stationiert. "Ich hatte befürchtet, dass mein Pferd heute ein bisschen müde ist, weil sie auch die beiden Tagen zuvor gehen musste. Mein anderes Pferd ist verletzt. Aber sie war super gut und ich bin ganz froh." Dritte wurde die US-Amerikanerin Lauren Hough. Hough ist für den Rest des Jahres noch bei Helena Stormanns in der Nähe von Aachen stationiert und ist Stammgast im Schlosspark. "Ich liebe dieses Turnier", gesteht die amerikanische Olympiareiterin. "In Amerika haben wir nichts Vergleichbares." In diesem Jahr saß sie bei ihrem Schlosspark-Erfolg im Sattel der zehnjährigen Blue Angel.
Auch Holger Wulschner kam zum Abschluss des Turniers noch zu einem tollen Erfolg. Der Start nach langer Pause mit seinen beiden Caretino-Nachkommen Cavity G und Cefalo verlief seit Ende April etwas unglücklich. Der schlechte Boden im belgischen Lummen ließ ihn zur Schonung der Pferde auf einen Start verzichten. Vor dem Turnier in Hagen verletzte sich Holger Wulschner selbst und nach La Bole fuhr er nicht, weil Cavity G nach neuem Beschlag fühlig war. In Hamburg verlor Cefalo in der Qualifikation zur Global Champion Tour ein Eisen und Holger musste den Parcours beenden. Cavity lieferte aber sehr gute Ritte.
Nun in Wiesbaden sollte es besser laufen. In der Qualifikation zum DKB-Riders-Tour Springen blieb Cefalo im Umlauf strafpunktfrei. Auf das Stechen, das 15 Paare erreichten verzichtete Holger. Am 2. Pfingsttag dann die Belohnung. In beiden Umläufen blieb Holger Wulschner mit dem 13-jährigen Hengst strafpunktfrei und beendete das Springen auf dem 5. Platz.
Mit Cavity G startete er in der Qualifikation zur Global Champion Tour und hatte im 1. Umlauf vier Fehler. Das Eröffnungsspringen am Freitag beendeten Holger Wulschner und Cavity mit fehlerfreiem Ritt auf dem 7. Platz.
Der internationale Parcoursbauer Frank Rothenberger betonte: "Die Springen hier im Schlosspark waren wirklich schwer, das ging an olympische Abmessungen heran. Es war erstaunlich, wie viele Leute da heute gut drüber geritten sind. Früher hatten wir 50 Starter, von denen 15 gewinnen konnten. Heute können 40 von 50 Startern gewinnen."