Ein junges Reiterherz hat aufgehört zu schlagen

Erschienen am 29.11.2012

Rene Swierczek aus dem Leben geschieden

Rene Swierczek auf Leonid bei seinem S-Sieg 2012 in Torgelow, zu dem ihn Torgelows Bürgermeister Ralf Gottschalk gratuliert. Foto: Jutta Wego

Rene Swierczek auf Leonid bei seinem S-Sieg 2012 in Torgelow, zu dem ihn Torgelows Bürgermeister Ralf Gottschalk gratuliert. Foto: Jutta Wego

Er war noch so jung und hatte mit 36 Jahren das Leben vor sich. Doch der Torgelower Springreiter Rene Swierczek kam mit seinem Leben nicht mehr zurecht und beendete es freiwillig am 25. November. Dabei war "Dicki", wie er in Reiterkreisen liebevoll genannt wurde, eine richtige Frohnatur, sehr unternehmungslustig und völlig gesund. Alle die ihn kannten können es nicht fassen.

In Pasewalk wurde Rene Swierczek am 5. März 1976 als Sohn eines Bauingenieurs geboren. Schon von Kind an hatten es ihm Pferde angetan und mit einem Shetlandpony begann sein Reiterleben in Roggow. Noch klein von Wuchs, brauchte er eine Aufstieghilfe, um auf das Shetlandpony zu kommen. Später fuhr er zu Olaf Jürgens nach Polzow, um dort zu reiten und hier begann er auch mit dem Turniersport. Der Günzel-Sohn Gauner D und der Juventus-Sohn John-Boy gehörten einige Zeit später zu seinen ersten Erfolgspferden. Später kam er auf den Hof der Landwirtfamilie Kühl nach Wetzenow und setzte hier seinen geliebten Reitsport fort.

Nach der Schulzeit absolvierte "Dicki" eine Malerlehre und arbeitete auch kurzzeitig in dem Beruf. Doch von Unruhe getrieben, inzwischen auch Vater seines Sohnes Kevin geworden, wollte er mehr. Es entstand der Gedanke, sich als Autohändler selbstständig zu machen. Doch der Erfolg blieb aus.

Eine neue Beziehung brachte die Wende im Leben von Rene Swierczek. Dazu zog er nach Torgelow und in den Gebäuden der Familie seiner Lebensgefährtin wurden Pferdeboxen eingebaut. Hier richtete er bis zuletzt seine reiterliche Tätigkeit ein, während seine Lebensgefährtin nach Abschluss ihres Studiums als Tierärztin arbeitete. Rene Swierczek bildete Pferde und Reitschüler aus und war mit seinen Berittpferden auf Turnieren erfolgreich bis Klasse S. Die gemeinsame Tochter Annelie bekam inzwischen auch Interesse an Pferden und nahm  bereits an Führzügelwettbewerben teil.

Eigentlich war die Welt für Rene Swierczek in Ordnung, umso unverständlicher ist sein Tod. Allein im Jahre 2012 taucht er in den Platzierungslisten von Springprüfungen der Klassen L bis S 45 Mal auf. Am 14. Juli hat er in Torgelow auf seinem elfjährigen Erfolgspferd Leonid (v. Lanciano) sein zweites S-Springen gewonnen. Sein sechsjähriger Mecklenburger Lancado-Sohn Lampard war ein weiterer Hoffnungsträger, den er 13 Mal platzierte, darunter vier Siege. Auch mit seinem eigenen neunjährigen Royal Rebel konnte er sich 2012 bis Klasse S 16 Mal platzieren. In seinem Reiterleben konnte sich Rene Swierczek 495 Mal platzieren. 70 Mal führte er die Ehrenrunden als Sieger an. Wir verneigen uns vor einem jungen Menschen, der nicht mehr unter uns weilt.  (Franz Wego)

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