54. Pfingstturnier in Pasewalk
Erschienen am 21.05.2013
Paul Wiktor gewann den Großen Preis
Pasewalk - Es war in diesem Jahr bereits das 54. Pfingstturnier das der Pasewalker Pferdesportverein auf seiner seit 1958 bestehenden Traditionslage durchführte. Volle Starterfelder sorgten dafür, dass der Sieger im Großen Preis der Stadt Pasewalk am zweiten Pfingsttag erst nach 18.30 Uhr feststand.
Paul Wiktor vom "Alten Landsitz" Sommerstorf, am 1. Pfingsttag 22 Jahre alt geworden, gewann in diesem Jahr beim 54. Pfingstturnier auf der Levisto-Stute Le Sweet den Großen Preis der Stadt Pasewalk. Foto: Jutta Wego
Über diesen Sieg durfte sich Paul Wiktor freuen, der sich damit nachträglich zu seinem 22. Geburtstag am 1. Pfingsttag selbst das schönste Geschenk machte. Der Rüganer aus Trent, Doppel-Landesmeister des Jahres 2012, ist erst seit März als Bereiter am "Alten Landsitz" in Sommerstorf tätig. Acht Reiter-Pferd-Paare zogen mit fehlerfreien Ritten aus dem Umlauf in die Siegerrunde ein. Paul Wiktor hatte eigentlich als erster Starter keine gute Ausgangsposition, weil sich die nachfolgenden Reiter nach seinem Ergebnis ausrichten konnten. Doch er sagte sich "Alles oder Nichts" und ritt auf der elfjährigen Levisto-Stute Le Sweet, die schon beim CSI Redefin aufhorchen ließ, vom Start weg mit hohem Risiko voll auf Angriff. Das besondere Gefühl des Reiters für die passende Absprungdistanz half der Stute, die mitkämpfte, fehlerfrei blieb und nach 45,02 Sekunden die Ziellinie passierte.
Dritter mit dem schnellsten Ritt im Großen Preis auf Connecticut B wurde Ronny Sauer aus Lübz, der zuvor das Zwei-Sterne-M auf Carisma B (Foto) gewann. Foto: Jutta Wego
An diesem Ergebnis bissen sich alle nachfolgenden Starter die Zähne aus. Lediglich Jordi Sander aus Granderheide gelang ein weiterer fehlerfreier Ritt, der auf Cevin aber neun Sekunden langsamer war und dem Holstein den 2. Platz brachte. Noch schneller als Paul Wiktor war Ronny Sauer aus Lübz (43,96 Sekunden), dem das hohe Tempo auf Connecticut B aber zum Verhängnis wurde und am letzten Sprung einen Fehler bekam (3. Platz). Der 31-Jährige Berufsreiter hatte zuvor ein Zwei-Sterne M-Springen mit Carisma B gewonnen und wurde auf Conneticut B auch Zweiter.
Am Pfingstsonntag in der Qualifikation zur Junior-Future-Tour für Reiter bis 23 Jahre (Finale beim Internationalen Turnier in Neustadt-Dosse) musste sich Paul Wiktor auf Guarantee noch mit dem 2. Platz begnügen. Hier siegte mit Max-Hilmar Borchert (Stechlin-Menz) der derzeit leistungsstärkste Reiter aus Brandenburg auf Alcoy Z. Schon das S-Springen am 1. Turniertag hatte das Paar aus der Uckermark gewonnen, dabei Jordi Sander auf Quinaro Alpha G hinter sich gelassen und sein zweites Pferd Centina auf den 3. Platz geritten.
Zweifacher S-Sieger in Pasewalk wurde der Uckermärker Max-Hilmar Borchert aus Stechlin Menz auf Alcoy Z. Foto: Jutta Wego
Es gab am 1. Pfingsttag auch ein Punktespringen der Klasse S das nach Schleswig-Holstein an Jordi Sander und Quinaro Alpha G ging. Hier ritt mit Lars Köhler (aktueller Hallen-Landesmeister) ein weiterer Rüganer vom Königsstuhl Ranzow mit Woody auf den 2. Platz. Dessen Freund Philipp Makowei (Poel) wurde auf Luc de Beaufour Dritter.
Spektakulär verläuft in Pasewalk immer das Barrierenspringen, das traditionell am 1. Pfingsttag unter Flutlicht ausgetragen wird. Der Sieg ging an einen weiteren Insulaner: André Plath (Insel Poel), Mitglied im MV-Team das im März in Braunschweig den erstmals vergebenen Titel eines Deutschen Hallen-Mannschaftsmeisters errang, blieb im 3. Stechen auf dem Chacco-Blue-Sohn Chacco als einziger Strafpunktfrei. Gemeinsam auf den 2. Platz kamen Ramona Schilloks (Ganschow) auf Carolin, Philipp Makowei (Poel) auf Luc de Beaufour und Jan Philiip Schulz (Böbs/SH) auf Coriolanos. Letzterer wurde am Montag zum "Bademeister" gekürt, weil er im Großen Preis nach der Verweigerung seines Pferdes mitten im Wassergraben landete.
Zwei Siege holte sich vor heimischer Kulisse der 16-jährige Martin Kühl, Sohn des Turnierleiters - hier auf Seeperle. Foto: Jutta Wego
Es gab in Pasewalk sechs weitere Abteilungen M-Springen. Die sieger sind: Gillian Iben (Böbs/SH) auf Coolio, Olaf Jürgens (Polzow) auf Luna Jane, Paul Wiktor (Sommerstorf) auf Le Sweet, Steffen Luhbahn (Schwarsow) auf ScottSteffi Rauschenberg (Neubrandenburg) auf Quintina SR und Gabriela Wentorf (Bad Schwartau) auf Fighting Boy. Das Mannschaftsspringen der Klasse A sicherte sich das Team aus Rothenburg mit Felix Haß auf Chantree, Paul Steinhöfel auf Naund und die Schwestern Josefine und Francie Siegmund auf Golden Globe und L’espoir.
Am Sieg im Mannschaftsspringen des Reitsportvereins Rothenburg haben die Schwestern Josefine und Francie Siegmund wesentlichen Anteil. Josefine gewann mit Golden Globe außerdem die Einzelwertung. Foto: Jutta Wego
Zu den sportlich wertvollsten Prüfungen in Pasewalk gehörte eine Qualifikation zum Bundeschampionat der fünfjährigen Springpferde. Fünf Pferde erhielten mit Wertnoten von 8,1 und besser die Fahrkarte für das Finale in Warendorf. Denise Svensson (Neu Benthen) siegte mit Wertnote 8,4 auf Cobolf (v. Cellestial). Die weitere Reihenfolge: 2. Max-Hilmar Borchert auf Cortino (WN 8,3), 3. Kati Lekander (Friedrichshof) auf Consider (WN 8,2), Rene Rückert (Güstrow) auf Crass Clausi Peba und Denise Svensson auf Cornet (beide 4. Mit WN 8,1). (FM)
Vor dem Großen Preis wurde dem rührigen Vereinsvorsitzenden und Turnierleiter Martin Kühl von Franz Wego (Vorsitzender der Landeskommission für Pferdeleistungsprüfungen in MV), für seine Verdienste um den Pferdesport in Pasewalk die Ehrennadel des Landesverbandes in Silber überreicht. (FW)
Für sein nun schon 12 Jahre währendes Engagement um den Pasewalker Pferdesportverein wurde Vereinsvorsitzender und Turnierleiter Martin Kühl vor dem Großen Preis mit der Ehrennadel des Pferdesportverbandes in Silber ausgezeichnet. Foto: Jutta Wegomit