Hallen-Derbysieg ging ins Rheinland an Frederic Tillmann
Erschienen am 17.03.2014
Henry Vaske wiederhlte Sieg von 2012
Die Sponsoren Michael und Christian Heck (r.) und Turnierleiter Heiko Schmidt mit Tochter Anni-Chalott gratulieren dem Derbysieger Frederic Tillmann. Foto: Jutta Wego
Neu Benthen - Beim 5. Mecklenburger Hallen-Derby auf der Reitanlage von Heiko Schmidt in Neu Benthen ging der Sieg ins Rheinland. Frederic Tillmann aus Grevenbroich siegte mit fehlerfreiem Ritt im Stechen in 45,10 Sekunden auf dem zehnjährigen Selle Francais-Wallach Quandor de Pilenie. Damit verwies der 35-Jährige Mynou Diederichsmeier (Ahausen b. Verden) und Danthes H, die im Stechen ebenfalls fehlerfrei blieben und 46,00 Sekunden benötigten, auf den 2. Platz. Jörg Kreutzmann (Kasseburg), dritter Stechteilnehmer, kam mit 24 Strafpunkten auf den 3. Platz. Die MV-Reiter gingen leer aus. Der Beste war Ronny Sauer (Goldberg), der mit vier Fehlern im Umlauf auf Dark Dream Zwölfter wurde.
Mit riesen Sätzen ritt der 35-jährige Frederic Tillmann aus dem rheinischen Grevenbroich mit Qandor de Pilenie zum Sieg im 5. Mecklenburger Hallen-Derby in Neu Benthen.
Foto: Jutta Wego
Großer Jugel begleitete den Sieger Frederic Tillmann auf der Ehrenrunde.
Foto: Jutta Wego
Mit Frederic Tillmann siegte der ältere Bruder von Gilbert Tillmann, der 2013 auf Hello Max überraschend Derbysieger in Hamburg wurde. In Neu Benthen war auch er auf dem erst achtjährigen Zweibrücker Hadjib am Start und belegte mit 12 Fehlern im Umlauf Rang 22. "Ich war im vorigen Jahr schon hier und habe erneut die tolle Hallen-Derbyatmosphäre erleben können", sagte der Sieger. Und weiter: "Heiko Schmidt möchte ich ein großes Lob aussprechen, dass er uns Reitern ein solches Springen anbietet, zumal das ganze Drumherum und vor allem der Boden, einfach Klasse ist. Seit dem Sieg meines Bruders Gilbert in Hamburg ist das Thema Derby bei uns zu Hause in aller Munde. Ich muss sagen, nicht nur weil ich gewonnen habe, kommen wir, trotz des langen Anfahrtsweges, im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder, weil es hier einfach Spaß macht".
Henry Vaske (Halen/NS) wiederholte seinen Sieg aus dem Jahre 2012 und gewann auf dem 12-jährigen Quinaro (v. Quattro B) erneut den Großen Preis von Lübzer in Neu Benthen. Foto: Jutta Wego
Henry Vaske bei der Siegerehrung mit zwei Schleifen und Siegerdecke geschmückt.
Foto: Lohrmann
Vorjahressieger Jan Peters (Schwanebeck) hatte auf Kokolores vier Fehler und kam auf Rang 13. Den schnellsten Vier-Fehler-ritt absolvierte Sebastian Elias (Dresden-Bülau), der auf Costa Rica Vierter wurde. Bereits am Freitag machte der junge Mann von sich reden, der zuvor für den Stall Böckmann (Lastrup) ritt. Mit der elfjährigen Costa Rica gewann er nicht nur die 1. Qualifikation der Großen Tour. Er war mit der Clearway-Stute auch in der Derby-Qualifikation siegreich.
Thomas Kleis aus Gadebusch war der erfolgreichste MV-Teilnehmer bei den Hallen-Derbytagen in Neu Benthen und gewann auf For Success die 2. Qualifikation zum Großen Preis. Foto: Jutta Wego
Im Großen Preis gehörte Thomas Kleis (Gadebusch) zu den sechs Teilnehmern die den Sieg im Stechen unter sich ausmachten. Der Vorjahressieger, an den Vortagen mit Siegen und vorderen Platzierungen erfolgreichster MV-Teilnehmer und heißer Favorit auf den Sieg im Großen Preis, hatte sich auf Questa Vittoria viel vorgenommen. Mit dem Siegerpferd von 2013 schlug er vom Start weg ein sehr hohes Tempo an, das ihm gleich am zweiten Sprung zum Verhängnis wurde. Nach einem weiteren Fehler schonte er die erfolgreiche Stute und wurde am Ende Sechster.
Hocherfolgreich war in Neu Benthen der Dresdener Sebastian Elias, der auf Costa Rica am Freitag die 1. Qualifikation zum Großen Preis und die Qualifikation zum Derby gewonnen hat. Foto: Jutta Wego
Entschieden wurde das Springen, wie schon im Derby, mit dem ersten Ritt. Henry Vaske (Halen/NS), hatte den Großen Preis bereits 2012 gewonnen, schaffte mit zwei Pferden den Einzug ins Stechen und steuerte Quinaro, Siegerpferd von 2012, mit kontrollierter Offensive fehlerfrei mit 31,82 Sekunden durch den Parcours. Nachdem seine nachfolgenden Konkurrenten Fehler machten, absolvierte Vaske mit seinem zweiten Pferd Clair einen fehlerfreien "Sicherheitsritt". Nur Mynou Diederichsmeier, eine Woche zuvor in Braunschweig noch Vizemeisterin im Championat der Landesmeister geworden und auch in Neu Benthen in allen Springen vorn dabei, konnte Vaske den Sieg noch streitig machen. Doch auch sie erwischte es schon am zweiten Sprung und mit dem schnellsten Vier-Fehler-Ritt wurde sie Dritte. Damit wurde der 20-jährige Henry Vaske Erster und Zweiter.
Philipp Makowei gehörte in Neu Benthen zu den zweifachen Siegern und platzierte sich im Großen Preis mit Chantal an 9. Stelle. Foto: Jutta Wego
Mit diesem Ritt gingen fünf erfolgreiche Hallen-Derbytage, zu den Höhepunkten immer vor vollen Haus, zu Ende. Auch Turnierleiter Heiko Schmidt zeigte sich zufrieden: "Wir haben an allen Tagen guten Sport gesehen und vor allem das Derby hat bei den Reitern weiteren Zuspruch erfahren. Bedanken möchte ich mich vor allem bei unseren vielen Helfern, die zumeist von befreundeten Vereinen kommen, weil wir selbst nur ein kleines Dorf sind. Dass auch die Tribünen bei allen Höhepunkten voll waren, da schließe ich die Hengstschau ausdrücklich ein, zu der wir ein sehr positives Feedback erhielten, freut uns sehr und für diese Treue möchte ich mich im Namen meiner ganzen Familie ebenfalls bedanken."
Anna Jürgens aus Polzow bei Pasewalk war mit Levado in der 1. Qualifikation der Großen Tour auf dem 4. Platz beste MV-Teilnehmerin und gewann auf La Conga ein Zwei-Sterne-Springen Klasse M. Foto: Jutta Wego
Zweifacher Sieger wurde auch der Poeler Philipp Makowei. Auf Chacco, mit dem er 2013 Sieger des Jugend-Derbys in Groß Viegeln wurde, gewann er mit überzeugenden Ritten zwei mittelschwere Springen der Kleinen Tour. Auf Chantal platzierte sich der 23-Jährige im Großen Preis mit vier Fehlern an 9. Stelle. Sein Teamkollege Rene Rückert sicherte sich in dieser Tour ebenfalls ein mittelschweres Springen auf Ledie Mecklenburg. Zweimal erklang die Siegerfanfare für Jörg Möller (Garlitz). Auf der Quantum-Stute Ambra gewann er beide Qualifikationen der sechsjährigen Pferde in Klasse M. Im Finale wurde das Paar Zweiter. Der Sieg im Finale ging nach Benstrup-Löningen an Denis Nielsen auf Lord Beckham. Der Sieg ist auch für Mecklenburg-Vorpommern von Bedeutung, weil der Lord Weingard-Sohn 2010 Körsieger in Redefin war. Ein weiterer Beweis dafür, dass auf dem Körplatz Redefin Spitzenhengste aufgetrieben werden.
Einen hohen Stellenwert nehmen bei den Neu Benthener Turnieren die Springen der Ü40 Amateure ein. Wilfried Holl aus Crivitz und Freund der Familie Schmidt gewann das L-Springen auf Queen de La. Foto: Jutta Wego
Die Gastgeber kamen durch Denise Svensson (Bereiterin auf dem Hof Schmidt) zu einem Sieg in einem M-Springen für siebenjährige Pferde auf dem Lichtblick-Sohn Linus. Das Finale der Siebenjährigen, in Klasse S ausgetragen, ging an Maximilian Gräfe (Schloss Wendorf) auf La Dolce Vita. Gräfe, der solange im Reitstall von Karsten Huck in Borstel/SH geritten hat, ist der neue Bereiter der Pferdesportarena Schloss Wendorf, für die bisher Thomas Kleis geritten hat. Großer Jubel brach aus, als der 55-jährige Crivitzer Wilfried Holl, dessen Teamkolleginnen und Kollegen eine wichtige Stütze bei der Neu Benthener-Turnierorganisation sind, im Springen der Ü40-Amateure mit Queen de La in einem L-Springen zum Sieg ritt. (FW)