Pferderangierung: Mecklenburger und Ponys aus MV
Erschienen am 16.12.2011
2011 gab es 1.384 Mecklenburger und 244 in MV gezogene Ponys mit Turniererfolgen
Im Jahre 2010 gab es 1.435 Mecklenburger und 238 Mecklenburger Ponys mit Turniererfolgen. Die Zahl der platzierten Mecklenburger ist 2011 damit gegenüber 2010 um 51 zurückgegangen. 2010 und 2009 zusammen beträgt der Rückgang 108 Pferde. Dagegen ist die Zahl der platzierten Ponys um weitere sechs gestiegen, nachdem es im Vorjahr bereits einen Anstieg um 34 platzierte Ponys gab. Bei der Betrachtung der Ergebnisse weisen wir wiederum darauf hin, dass nur die Erfolge erfasst sind, die in Deutschland und im Ausland unter deutschen Pferdesportlern erzielt wurden. Eine immer größer werdende Zahl an Mecklenburgern und Ponys geht ins Ausland, deren sportliche Erfolge statistisch nur bedingt erfasst werden.
Die Gewinnsumme aus den Erfolgen der 1.384 Mecklenburger betrug 2011 insgesamt 460.508 Euro (2010: 1.435 Pferde/ 414.024 Euro; 2009: 1.507/ 431.714; 2008: 1.476/ 405.389; 2007: 1.636/ 334.491). Die 244 Ponys mit LPO-Erfolgen kamen 2011 auf eine Gewinnsumme von 36.608 Euro (2010: 238 Ponys/ 35.848 Euro; 2009: 189/ 27.243; 2008: 185/ 27.173; 2007: 155/ 25.003). Damit kommen 1.628 Mecklenburger und MV-Ponys 2011 insgesamt auf eine Gewinnsumme von 497.116 Euro (2010: 1.673/ 449.872; 2009: 1.696/ 458.957; 2008: 1.661/ 432.562). 2011 ist somit das Rekordjahr, was die Gesamtgewinnsumme der Pferde mit Papieren des Verbandes der Pferdezüchter MV betrifft. Der bisherige Rekord rührt mit 462.810 Euro aus dem Jahre 2005.
Weniger Pferde mit Erfolgen in Klasse M und S
Die Zahl der Mecklenburger und MV-Ponys mit S-Erfolgen ist 2011 von 95 im Jahre 2010 auf 87 gesunken (2009/84; 2008/69; 2007/82. Im Springen hatten 62 Pferde S-Erfolge (2010/68; 2009/55; 2008/45; 2007/54). In der Dressur gab es 12 Mecklenburger mit S-Erfolgen (2010/10; 2009/15; 2008/15; 2007/12). Im Fahrsport konnten nur noch 12 Mecklenburger und Mecklenburger Ponys mit S-Erfolgen registriert werden (2010/17; 2009/14; 2008/9; 2007/16). Erstmals gibt es wieder einen Mecklenburger mit S-Erfolgen in der Vielseitigkeit. Das ist der Matador xx / Melder-Wallach Mr.Miller, den Erhard Schildt in Groß Nieköhr gezogen hat. Mit M-Erfolgen über alle Disziplinen wurden nur noch 298 Pferde und Ponys gezählt.
Das Rekordjahr in dieser Klasse war 2010, als es 417 erfolgreiche Mecklenburger und Mecklenburger Ponys in Klasse M gab (2009/323; 2008/292; 2007/270). Der Mittelbau hat also an Leistungsdynamik verloren. Der größte Rückgang in Klasse M ist im Springen zu verzeichnen: 291 platzierten Mecklenburger Pferden und Ponys 2010 stehen 2011 nur noch 185 gegenüber (2009/196; 2008/203; 2007/189). M-platzierte Dressurpferde waren es 39 (2010/52; 2009/35; 2008/36; 2007/29). 72 Fahrpferde/-ponys wurden 2011 in Klasse M platziert (2010/71; 2009/90; 2008/51; 2007/52). Am schwächsten ist der Vielseitigkeitsbereich mit nur zwei platzierten Mecklenburgern/Ponys in Klasse M (2010/3; 2009/2; 2008/2; 2007/1).
455 Mecklenburger und Mecklenburger Ponys haben ihre höchsten Erfolge in Klasse L (2010/456; 2009/481; 2008/459; 2007/491). Eine stagnierende, aber stabile Zahl. Im Springen sind es 302 (2010/321; 2009/345; 2008/344; 2007/361), in der Dressur 131 (2010/123; 2009/125; 2008/103; 2007/115), in der Vielseitigkeit 22 (2010/12; 2009/11; 2008/12; 2007/15).
73 drei- und vierjährige Mecklenburger und MV-Ponys hatten 2011 Erfolge in Reitpferde-/Reitpony- und Eignungsprüfungen (2010/50; 2009/56; 2008/54; 2007/37). An der Spitze steht hier der vierjährige Mecklenburger Wallach Sunbird (Samarand x Weltfriede), der in zehn Reitpferdeprüfungen platzierte war und davon sechs gewonnen hat. Die Züchterin Sylvia Hollnagel aus dem sächsischen Röhrsdorf hat ihn selbst geritten. Auf dem 2. Platz liegt der gleichaltrige Mecklenburger Wallach Silver Dream (Sancisco x Akzento), der unter seiner Züchterin Sandra Engelmann (Weitenhagen) alle Prüfungen in denen er gestartet ist gewonnen hat und die Mecklenburger Farben auch beim Bundeschampionat vertrat, wo er mit 7,75 die höchste Wertnote aller MV-Pferde erhielt.
In Springpferdeprüfungen waren 219 Pferde und Ponys aus MV erfolgreich, 16 weniger als 2010 (2009/254; 2008/238). Am erfolgreichsten war die fünfjährige Cellestine (Cellestial x Kolibri), die Roland Kostros (Bollewick) gezogen hat und im niedersächsischen Isterberg mit Kathrin Krage 21 Platzierungen hatte, darunter 15 Siege. Zwei Cero I-Nachkommen folgen auf den Plätzen zwei und drei. Der fünfjährige Redefiner Gestütshengst Cerousi, den Bodo Holtz (Plau) mit einer Ussiri xx-Stute gezogen hat, brachte es mit Paul Wiktor auf 16 Platzierungen, darunter fünf Siege. Cero's Girl (Cero I x Caletto I) wurde von Jörg Hasselmann (Pelsin) gezogen und Sandra Engelmann gewann mit ihm als Besitzerin bereits vierjährig das Landeschampionat. Auf 12 Turnieren eingesetzt, konnte das Paar 20 Mal in die Platzierung reiten, 12 Mal führten sie die Ehrenrunde an.
Die Zahl der platzierten Pferde in Dressurpferdeprüfungen blieb mit 47 zu 46 (2010) konstant (2009/60; 2008/43). Am erfolgreichsten war der sechsjährige Quandic (Quando-Quando x D'Olympic), den Wilhelm Hilke (Kirch Grambow) gezogen hat. Jacqueline Koser aus dem süddeutschen Steinfeld hatte 2011 neun Platzierungen mit Quandic, darunter vier Siege. Der gekörte fünfjährige Don Lyberty (Dornfelder x Lamarc/T.) aus dem Gestüt Ganschow, gerade erst über die Reitpferdeauktion in Neustadt/Dosse nach Sachsen-Anhalt verkauft. Juniorchef Rene Mencke hatte mit ihm auf acht Turnieren 13 Platzierungen. Auf dem 3. Platz folgt Quiztime (Quando-Quando x Black Magic Boy/T.), den Gerhard Frank (Boizenburg) gezogen und als Fohlen an Klaus Bünger (Oetze) verkauft hat. Bünger bereitete Quiztime auf die Körung in Redefin vor, wo er 2007 Körsieger wurde. Der Hengst ging kurze Zeit später in den Besitz des Niedersächsischen Landgestüts Celle über, wurde 2011 aber mit sieben M-Platzierungen von Jennifer Schön aus Neu Anspach (Hessen) geritten.
Nach fünf im Jahre 2010 gab es 2011 wenigstens wieder 12 Pferde (10 Mecklenburger, 2 Ponys) mit Erfolgen in Geländepferdeprüfungen. Der gekörte Schecke Sir Cisco (Sancisco x Arpeggio), der zuletzt die Titelseite des Mecklenburger Körkatalogs zierte, steht mit zwei Bundeschampionatsplatzierungen (darunter 1 Sieg) und fünf weiteren die er mit seiner norwegischen Reiterin Inger Cathrine Bugge allein in Deutschland erreichte, an der Spitze. Platzierungen die Sir Cisco, der in Schweden bei Elisabeth Ernflykt gezogen wurde, in Skandinavien erreichte, sind nicht eingerechnet. Auf dem 2. Platz der Geländepferde folgt Carlo B (Calido I x Grozzo Z), den Olaf Burmeister (Schwaan) gezogen hat. Andreas Brandt (Neuendorf) hat ihn geritten, für das Bundeschampionat qualifiziert und war mit Carlo B in Geländepferdeprüfungen achtmal platziert (3 Siege).
Unter den Mecklenburger Ponys befinden sich acht mit S-Erfolgen im Fahrsport (2010/4; 2009/6; 2008/10; 2007/7). In Klasse M waren in dieser Disziplin 22 MV-Ponys erfolgreich (2010/33; 2009/33; 2008/18; 2007/12). M-Erfolge im Springen weisen 2011 fünf Ponys auf (2010/4; 2009/3; 2008/3). 17 sind es in Klasse L (2010/16; 2009/15). Erstmals gab es 2011 drei MV-Ponys mit M-Dressurerfolgen, 28 sind es in Klasse L (2010/22; 2009/16).
Ihre höchsten Erfolge in Klasse A hatten 2011 im Springen 82 Ponys (2010/65; 2009/60; 2008/55), 59 in der Dressur (2010/63; 2009/39; 2008/36), 25 im Fahrsport (2010/20; 2009/21; 2008/26) und sechs in der Vielseitigkeit (2010/4; 2009/6; 2008/9).
Cellestial-Nachkommen mit Längen am erfolgreichsten
Das älteste Mecklenburger Pferd, für das 2011 Erfolge ausgewiesen werden, ist der 22-jährige Admiral-Wallach Akytos (gezogen in der LPG Mallentin), der in Süddeutschland von Jens-Uwe Kiefer im Springen geritten wird. Das älteste Pony ist die 21-jährige Lewitzer Stute Peggy aus dem Gespann von Tim und Britt Dallmann (Blankensee).
Zwei 21-jährige Mecklenburger mit Erfolgen gab es 2011, von denen der in Poseritz gezogene Domani W. (Duralin II x Kobold I) in Niedersachsen noch erfolgreich Dressur geht. Von den elf 20-Jährigen ist mit Wellutan ein Wellenreiter-Sohn der erfolgreichste (Z.: LPG Dreetz), der in Sachsen-Anhalt im Springen noch 664 Euro gewonnen hat. 15 erfolgreiche 19-jährige Mecklenburger gibt es noch. Am erfolgreichsten war Latello (Lateiner x Distello), den Michael Hundt (Groß Stieten) gezogen hat und in Westfalen geritten wird.
Wie 2010 gab es auch 2011 nur fünf dreijährige Mecklenburger (2009/6; 2008/7) und drei gleichaltrige Mecklenburger Ponys (2010/5; 2009/5; 2008/2) die 2011 erste Turniererfolge in Reitpferdeprüfungen hatten. Die beiden im Gestüt Ganschow gezogenen StPrSt. Damita (Dramatiker/T. x Adriano) und der gekörte Magic Graf (Mighty Magic x Graf Lehndorff) waren die erfolgreichsten Mecklenburger. Die den Ponys war es die Stute Döra (FS Don?t Worry x Constantin), gezogen von Michael Kopilow (Rastow).
Die erfolgreichen Mecklenburger Ponys gehören folgenden Rassen an: 159 Reitponys (2010/155), 30 Lewitzer (2010/28), 23 Haflinger (2010/25), 9 Welsh-Ponys (2010/10), 8 Kleine Deutsche Reitpferde (2010/15); 3 New Forest Ponys (2010/1); 2 Connemaras (2010/3); 2 Shetlandponys (2010/1) und erstmals 3 Kaltblüter.
Das Durchschnittsalter aller 2011 erfolgreichen Ponys betrug 10,1 Jahre (2010/9,7), das der 1.384 erfolgreichen Mecklenburger ist mit 10,3 wie 2010 konstant geblieben. Damit sind die Turnierpferde aus Mecklenburger Zucht gegenüber 2007 im Schnitt um ein Jahr älter geworden, was mit dem Rückgang an jungen Pferden zu erklären ist. Das Geschlechterverhältnis schlägt mit 593 Stuten (2010/703; 2009/682) zu 791 Wallachen und Hengsten (2010/970; 2009/1.011) mit 57 Prozent (2010/58%) zum männlichen Geschlecht aus.
Ein Blick auf die Väter besagt, dass die 1.384 erfolgreichen Mecklenburger von 520 verschiedenen Vätern abstammen (2,66 Pferde je Hengst). Die 244 erfolgreichen Mecklenburger Ponys haben 195 verschiedene Väter (je Hengst 1,25 Ponys).
Der mit Abstand erfolgreichste Vererber bei den Mecklenburgern war auch 2011 wieder der Cantus x Windesi xx-Sohn Cellestial von der Station Schmidt (Neu Benthen), sowohl was die Zahl der erfolgreichen Nachkommen betrifft, als auch die Erfolge im Sport. Mit 47 mecklenburgisch gebrannten Nachkommen hat sich diese Zahl gegenüber 2010 um 18 erhöht. Geradezu explodiert ist auch deren Jahresgewinnsumme. Haben 29 erfolgreiche Mecklenburger Cellestial-Kinder 2010 noch 34.559 Euro verdient, so stieg die Gewinnsumme 2011 auf 101.884 Euro. Seine Vorzeigekinder sind die Stute Cassiopeia (44.771 Euro) aus der Zucht und dem Besitz von Arno Göwe (Broock) und der im Stall Schmidt selbst gezogene Coco (37.694).
Auf Rang zwei der erfolgreichsten Väter folgt durch seinen Sohn Chacco-Blue der Holsteiner Chambertin (v. Cambridge), der nur vier erfolgreiche Nachkommen unter den Mecklenburgern hat, die aber zusammen 63,162 Euro gewonnen haben. Seit Jahren vorn dabei, lange führenden und diesmal Dritter, der Oldenburger Lord Kemm. 24 Nachkommen des Landadel-Sohnes haben 24.862 Euro verdient. Am erfolgreichsten war der elfjährige Lenny Kravitz, der 17.574 Euro gewonnen hat und von Karl-Gerhard Stade in Rambin/Rügen gezogen wurde.
Auf dem 4. Platz finden wir Continue, der Schockemöhle-Hengst, der lange als Pachthengst im Landgestüt Redefin wirkte und in diesem Jahr 45 erfolgreiche Nachkommen hat, die 18.349 Euro gewonnen haben. Seine Tochter Con la Capri, gezogen bei Jörg Hasselmann (Pelsin), die ihre meisten Erfolge mit Besitzerin Theresa Beste hatte, ist mit 1.989 Euro am gewinnreichsten. Dicht gefolgt von Comtese (1.966 Euro), die Hans Thiede in Picher gezogen hat. Der Redefiner Hengst D?Olympic hat nach Cellestial zwar die meisten erfolgreichen Nachkommen (46). Diese können in der Gewinnsumme (12.482 Euro) allerdingst nicht ganz vorn mithalten.
An der Spitze der Pony-Väter liegt wieder Kentucky. Der Kaiserjäger xx-Sohn hatte 2011 sechs erfolgreiche Nachkommen die 2.256 Euro gewonnen haben. An der Spitze steht Kolja, das einstige Erfolgspony von Sophie Dörre aus Pötenitz, das mit Annika Gremmes in Sachsen-Anhalt 1.101 Euro gewonnen hat. Auf dem 2. Platz folgt bereits der Haflinger Midas-Hanja vom Haflingergestüt Reimer in Zarnewanz. Das Fahrpony Moses von Patrick Hanisch hat das bewirkt, der allein 1.772 Euro gewonnen hat. Der einstige Redefiner Reitponyhengst Fiorello folgt auf Rang 3. Fünf Ponys haben für ihn 1.629 Euro gewonnen. Der 12-jährige Figaro, der als Dressurpony 974 Euro gewonnen hat und von Reinhard Dragheim (Kandelin) gezogen wurde, ist sein Vorzeigekind. Auch der einstige Ganschower Anglo-Araber Gotas mischt vorn immer noch mit und hat unter den erfolgreichsten Vätern den 4. Platz eingenommen. Acht erfolgreiche Nachkommen haben 1.590 Euro verdient. Das Springpony Gina ist mit einer Gewinnsumme von 661 Euro seine Beste, die mit 17 Jahren 2011 unter Jana Olthoff (Legden/Westfalen) 23 Platzierungen hatte.
Die Spitzen bei den Mecklenburgern und MV-Ponys
Alle erfolgreichen Mecklenburger und Mecklenburger Ponys haben wir in der anhängenden Tabelle, die Sie im Textvorschaufenster unten links sehen, rangiert nach Ranglistenpunkten, auf 39 Seiten aufgelistet. Die Disziplinen in denen die Pferde/Ponys ihre Erfolge hatten, ist ebenfalls mit einem Buchstaben eingetragen. Die Jahres- (JGS) und Lebendgewinnsumme (LGS) ist ebenfalls mit angegeben. Hinter dem Namen des Züchters steht aus Datenschutzgründen nur die Postleitzahl seines Wohnortes. Anhand der Lebendnummern der Väter, können Experten erkennen, welcher Rasse diese angehören.
Bei den Mecklenburger Springpferden führt die bei Arno Göwe in Broock gezogene Cellestial-Stute Cassiopeia mit 22.635 Punkten das Ranking an. Mit 17.125 Punkten auf dem 2. Platz der Hengst Chacco-Blue mit 17.125 Punkten. Die große Differenz zwischen Ranglistenpunkten und Jahresgewinnsumme, die in der Tabelle zu ersehen ist, hängt mit der hohen Dotierung des Großen Preises von Aachen zusammen, wo Andreas Kreuzer mit Chacco-Blue Dritter wurde und dafür allein 50.000 Euro kassiert hat. Ranglistenpunkte richten sich in erster Linie nach der Sterne-Klassifizierung und da brachte der 3. Platz (Vier-Sterne-Springen) "nur" 3.200 Punkte. Zum Vergleich: Im Vier-Sterne-Springen von Hamburg (Global Champion-Tour), wo Andreas Kreuzer mit Chacco-Blue auf dem 14. Platz nur 2.850 Euro gewonnen hat, gab es trotzdem noch 2.000 Ranglistenpunkte. Die Ranglistenpunkte sagen über die sportliche Wertigkeit mehr aus als die Gewinnsumme. So sind alle Unterschiede in den Rangierungstabellen zu erklären.
Auf dem 3. Platz liegt bei den Springpferden der Cellestial-Sohn Coco, der auch nach Gewinnsumme diese Platzierung eingenommen hätte. Seine Platzierungen hat ausschließlich André Thieme auf seiner USA-Tournee im Februar/März 2011 erritten. Bei Levado (v. Levisto), der von Anna Jürgens geritten wird, kann man erkennen, dass seine Platzierungen vorwiegend aus Prüfungen stammen, deren Dotierung sich am vorgegebenen LPO-Limit bewegen. Diese Prüfungen waren im sportlichen Wert höher einzustufen als das Preisgeld mit dem sie dotiert waren.
Bei den Mecklenburger Dressurpferden führt der von den Gebrüdern Möller (Garlitz) gezogene Quattro B-Sohn Quebec die Erfolgsliste mit 5.568 Punkten an. Auf dem 2. Platz steht mit 3.692 Punkten der bei Ulrich Prehl in Altkamp/Rügen gezogene Justus (v. Juventus). An der fallenden Punktzahl im Ranking im Vergleich zu den Springpferden kann man die große Leistungsdifferenz der Mecklenburger zwischen Dressur und Springen erkennen.
Das ist bei den Vielseitigkeitspferden noch gravierender. Nur 1.800 Ranglistenpunkte hat das beste Mecklenburger Vielseitigkeitspferd Mr.Miller (v. Matador xx), den Erhard Schildt in Groß Nieköhr gezogen hat. Nach dem zweitplatzierten Picard MB (v. Primar), der mit Lucinda Fredericks (Australien) seine 1.201 Punkte bei zwei S-Platzierungen in Aachen erreicht hat, kommt eine große Lücke. Die beiden bekannten D?Olympic-Nachkommen Donja und Don Diego, einst Erfolgspferde von Andreas Brandt und mit ihm Medaillengewinner bei Bundeschampionaten, nehmen mit 481 bzw. 412 Punkten die Plätze drei und vier ein.
Bei den Fahrpferden, wo die relativ hohen Punktsummen durch unverhältnismäßige Punktvorgaben in den kombinierten Wertungen der Fahrer entstehen, führt der Landgold-Sohn Lucky aus der Zucht von Roland Hahn (Groß Krahms). Christian Plücker aus Waldeck in Nord-Hessen hat ihn im Gespann und ist national und international in Klasse S vierspännig unterwegs. Auch hier geht es in der Punktezahl schon auf dem 2. Platz deutlich bergab. Den nimmt Pablo (v. Paradiesvogel) aus der Zucht von Eckhard Lunow (Zehna) mit 5.775 Punkten ein. Thorsten Zarembowicz und Jens Chladek (beide Viernheim) fahren ihn einspännig in Klasse S, bis hin zu Deutschen Meisterschaften (2011 mit Thorsten Zarembowicz Deutscher Vizemeister). Drittbestes Mecklenburger Fahrpferd wurde 2011 mit Mirko (v. Monjul) ein Ganschower Zuchtprodukt, das 3.699 Punkte gesammelt hat. Die Erfolge hat sich Reiner Wolter aus Schleiden zweispännig in Klasse M mit Mirko erfahren.
244 Mecklenburger Ponys neun verschiedener Rassen weisen 2011 LPO-Erfolge aus. Die Liste der Springponys führt mit 894 Punkten der Kentucky x Colonel-Wallach Kolja an, den Wolfgang Schulz (Demmin) gezogen hat. Nachdem Kolja bisher seinen Hafer bei seiner Besitzer und Reiterin Sophie Dörre (Pötenitz) gefressen hat, wechselte er 2011 nach Sachsen-Anhalt, weil sich in MV kein Käufer fand und setzte dort seine Karriere unter Annika Gremmes fort. Mit Glaisin (Gharib ben Lancer x Dressman) nimmt ein Zuchtprodukt von Hans Thiede (Picher) den 2. Platz ein.
Erfolgreichstes Mecklenburger Dressurpony ist mit 762 Punkten Figaro (Fiorello x Zais ben Raswan ox). Der von Reinhard Dragheim (Kandelin) gezogene Wallach hat auch Erfolge in M-Dressuren. Renate Westphal (Metelsdorf) hat Lamour (Lord x Opal) gezogen, der mit 622 Punkten den 2. Platz einnimmt und unter seinen 21 Platzierungen auch einen M-Erfolg hat.
Es gibt nur neun Ponys mit Erfolgen in der Vielseitigkeit. Mit klarem Abstand nimmt Pamira LK (Pamir x Pascha) aus der Zucht von Verbandspräsident Dr. Manfred Köhler die Spitzenposition ein. 306 Punkte hat Bundes-C-Kaderreiterin Flora Reemtsma (Groß Walmstorf) bei acht Vielseitigkeitsplatzierungen mit der Stute erritten, wurde bei der Europameisterschaft mit dem deutschen Team Fünfte und belegte den 6. Platz bei der Deutschen Meisterschaft in Birstein. Den 2. Platz nimmt der Hengst Haeram ein. Stefan Müll (Wittenbeck) hat den Honeymoon Star x Ramses ben Galdos ox-Sohn gezogen, der von Andreas und Bianca Brandt mehrheitlich Dressur und Springen geritten wurde. Lara Bergmann ritt ihn im Gelände und nahm mit Haeram am Bundeschampionat der Geländeponys teil.
Das erfolgreichste Mecklenburger Pony insgesamt kommt aus dem Fahrsport, in dem 55 Ponys Erfolge hatten. Der Haflinger Moses (Midas-Hanja x Almwind), den das Haflingergestüt Reimer (Zarnewanz) gezogen hat, liegt mit riesen Abstand an der Spitze und hat es in nationalen und internationalen S-Prüfungen, von Patrick Hanisch einspännig gefahren, auf 16.086 Ranglistenpunkte gebracht. Eine Erklärung, wie die hohen Punkte bei Fahrpferden zustande kommen, haben wir eingangs gegeben. Es folgen gleich vier Ponys (je zwei Reit- und Welsh B-Ponys) aus der Zucht der Zuchtgemeinschaft Schulz/Fiehring (Neuhof/Poel). Kalina, Babet, Fips und Fugetsch haben alle den Welsh?B Hengst Chirk Fulmar zum Vater und verdanken ihre hohe Punktzahl vor allen den vier S-Platzierungen in Dänemark. (Franz Wego)