Klassepferde beim Mecklenburger Springchampionat

Erschienen am 27.10.2014
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Chandra, Leeve Jung und Chantana sind die neuen Landeschampion

Philipp Makowei gewann beim Championatsturnier in Neu Benthen auf der Mecklenburger Chacco-Blue x Lord Kemm-Stute AFP’s Chantal den Großen Preis: Foto: Jutta Wego

Neu Benthen - Noch nie waren die Landeschampionate der Mecklenburger Springpferde quantitativ und qualitativ so gut besetzt wie in diesem Jahr. "Ich bin begeistert von der Qualität der Pferde, die ich so nicht erwartet hatte", sagte Gastrichter Joachim Geilfuß aus Duderstadt. Der Geschäftsführer der Deutschen Richtervereinigung kann es beurteilen. Ist er doch seit Jahren Chefrichter bei den Bundeschampionaten in Warendorf. Es war in der Tat eine Augenweide was die zahlreichen Besucher am 25. Oktober in der Reithalle von Heinz & Heiko Schmidt in Neu Benthen zu sehen bekamen.

Ehrung der Landeschampion: v.l. Chandra mit Denise Svensson, Jörg Hasselmann (amtierender Zuchtverbandspräsident), Leeve Jung mit Paul Wiktor, Uwe Witt (Zuchtleiter im VPZ MV), Chantana mit Michael Negel. Foto: Jutta Wego

Allein bei den vierjährigen Mecklenburgern wurde neunmal die Wertnote 8,0 und besser vergeben. Schon in Vorfeld deutete sich in dieser Altersklasse nach den Ergebnissen der vorangegangenen Turniere an, dass die Cellestial x Kolibri-Stute CHANDRA aus der Zucht und dem Besitz von Heinz & Heiko Schmidt zum engsten Favoritenkreis gehört. Die Schimmelstute war auf den Tag topfit und hell wach. Wie ein Uhrwerk zog sie unter Denise Svensson ihre Bahn, mit beeindruckender Rittigkeit und bester Springtechnik wie man sie von Cellestial-Nachkommen kennt. Nachdem die Cellestial x Levisto-Stute Cecilia (Züchter und Besitzerin Gesine Jürgens, Polzow) mit Julian Sass (Staven) zunächst mit 8,5 in Führung lag, zögerte die Richtergruppe nicht und gab Chandra ein 8,8. Da kam auch der Redefiner Schimmelhengst Lacaro (von Levisonn x Cero I) aus der Zucht von Fritz Beltz (Siemitz) nicht mehr heran, der unter Daniel Wascher ebenfalls eine brillante Vorstellung lieferte, Wertnote 8,5 erhielt und somit gemeinsam mit Cecilia Reservechampion wurde. Mit 8,4 gehörter die Cellestial-Tochter Cellestial’s Celebration unter Züchter und Besitzerin Jasmin Selke-John (Pausin) auf dem 4. Platz ebenfalls zum Spitzenfeld. Unter den 18 vierjährigen Pferden befanden sich fünf Cellestial-Nachkommen - welch eine züchterische Demonstration dieses Klassehengstes.

Die Cellestial x Kolibri-Stute Chandra (Z.u.B.: Heinz & Heiko Schmidt, Neu Benthen) wurde mit Denise Svensson Landeschampion der vierjährigen Mecklenburger. Foto: Jutta Wego

Auch bei den fünfjährigen Pferden gab es neunmal Grundnote 8,0 und besser und auch in dieser Altersklasse waren fünf Cellestial-Nachkommen, sowie einer von dessen Sohn Chap am Start. Die Championatschärpe jedoch ging an den Lazaro x Converter-Wallach LEEVE JUNG, den Lothar Guse (Langen Brütz) gezogen hat. Erst wenige Tage saß Paul Wiktor auf dem Schwarzbraunen, der sich im Besitz von Hans Josef Orth (Karow) befindet. Der Rüganer aus Trent, der nach Zwischenstation in Schönebeck (Brandenburg) wieder in Mecklenburg reitet und seine Zelte in der Anlage von Sonja Osterberg in Karow aufgeschlagen hat, wo auch André Thieme trainiert, lieferte eine brillante Vorstellung, führte das Feld vom Start weg mit Wertnote 8,8 an und gab die Führung nicht mehr ab. Aus der Großmutter von Leeve Jung stammt auch die Championatssiegerin von 2013 Chaleen, die sich unter Heiko Schmidt in diesem Jahr für das Bundeschampionat qualifiziert hatte und deren ein Jahr ältere Schwester Cartagena (beide von Cellestial), die unter Hendrik Sosath (Lemwerder) sehr erfolgreich war.


Der Lazaro x Converter-Wallach Leeve Jung (Z.: Lothar Guse, Langen Brütz; B.: Hans Josef Orth, Karow) wurde mit Paul Wiktor Landeschampion der fünfjährigen Mecklenburger. Foto: Jutta Wego

Reservesieger mit 8,6 wurde Cantaro M (v. Catoki’s Cannon) der von Besitzer Mario Mühlenberg (Friedrichshof) aus einer Cellestial-Stute gezogen und von Volker Lehrfeld (Schwanebeck) geritten wurde. Zwei Fünfjährige teilen sich mit Wertnote 8,5 den 3. Platz. Quality Girl von Quintender x Grannenstolz (Züchter Siegfried Witt, Prisannewitz; Besitzer Ulrich Elsholz, Zierow) wurde von Loreen Schreiter (Zierow) geritten. Caroli von Chacco-Blue x Carolus I (Züchter Rüdiger Hartig, Wessin; Besitzer Arno Göwe, Broock) stellten Silvio Wascher (Broock) im Sattel vor.

Die Chacco-Blue x Volt-Stute Chantana (Z.u.B.: Zuchthof Makowei, Gadebusch) wurde mit Michael Nagel Landeschampion der sechsjährigen Mecklenburger. Foto: Jutta Wego

Die sechs-/siebenjährigen Mecklenburger (nur ein Siebenjähriger war dabei) ritten wie beim Bundeschampionat ein M-Springen nach Fehlern und Zeit und die 25 Prozent besten absolvierten ein Stechen gegen die Uhr. Kein Championat ohne einen Sieg von Michael Nagel. Dieser Satz des "Championmachers" wie der Gadebuscher auch gern genannt wird, der 2006 in allen drei Jahrgängen Pferde zum Landeschampion ritt, traf auch in diesem Jahr wieder zu. Mit der Chacco-Blue x Volt-Stute CHANTANA aus der Zucht und dem Besitz des Zuchthofes Makowei (Gadebusch) gehörte der 47-Jährige zu den vier Paaren die das Stechen erreichten. Als dritter Starter nahm er erfolgreich alle möglichen Abkürzungen, Chantana berührte trotz des Risikos keine Stange und das Paar setzte sich mit Bestzeit an die Spitze. Da kam aber noch Silvio Wascher mit dem von Thomas Wodrich (Goldberg) gezogenen Lonely x Kolibri-Wallach Lodrich, dem ebenfalls Siegchancen eingeräumt wurden. Die Wendung auf Sprung 5 war etwas zu groß und mit 1,16 Sekunden Rückstand zum Sieger wurde Lodrich Reservesieger vor Cool Cat (v. Colman x Patrick xx) unter Züchter und Besitzerin Maximiliane Hoffschildt (Zirzow).

Zu zwei M-Siegen, einen auf Cupertino (Foto) kam André Thieme in Neu Benthen.
Foto: Jutta Wego

Außer den Championatsprüfungen gab es in Neu Benthen weitere Springprüfungen mit dem Großen Preis, einem S-Springen, als sportlichem Höhepunkt. 55 Reiter-Pferd-Paare gingen an den Start und 13 erreichten das Stechen, in dem Holger Wulschner (Groß Viegeln) seine beiden Stechpferde, die er für das Champion-Tour Finale in München vorbereitet, zurückzog. Die Dänin Sachia Astrup Jenssen (Trittau) legte als erste Starterin mit fehlerfreiem Ritt auf Men Power die Spur, bevor sich André Thieme (Plau) auf Voigtsdorfs Quonschbob (bereits das Siegerpaar im Zwei-Sterne M-Springen am Samstag) mit einem rasanten Ritt und vier Sekunden Vorsprung an die Spitze setzte. Das sollte es gewesen sein, dachten die Zuschauer in der voll besetzten Halle. Doch da hatten sie die Rechnung ohne Philipp Makowei (Poel) gemacht. Auf der Chacco-Blue Tochter AFP’s Chantal (erfolgreichstes Mecklenburger Pferd 2014) schlug der 24-Jährige, der zuvor schon ein Zwei-Phasen-Springen Klasse M auf Balouna Windana gewonnen hatte, vom Start weg ein atemberaubendes Tempo an, blieb auf kürzesten Wegen fehlerfrei und nahm André Thieme 1,9 Sekunden ab. Doch der Championatskaderreiter hatte mit seinem Spitzenpferd Contanga ein weiteres "Eisen im Feuer". Als letzter Starter wollte er den Sieg unbedingt, den er im Zwei-Sterne M-Springen Hausherr Heiko Schmidt und Askaria als letzter Starter noch abnahm. Es war ein Ritt, bei dem einem der Atem stockte. Contanga blieb fehlerfrei, kam aber nur bis auf 0,4 Sekunden an Makowei heran. Großer Jubel bei ihm und seinen Fans, dass er trotz zwei Angriffe von André Thieme, der Zweiter und Dritter wurde, den Sieg auf die Insel Poel holen konnte. "Ich hab alles auf eine Karte gesetzt um André zu schlagen und die letzte Wendung ist mir optimal gelungen", sagte Philipp Makowei freudestrahlend.  (Franz Wego)

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