Allert Kroner ist gestorben
Erschienen am 05.05.2011
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m Greiswalder und Demminer Raum hat er bleibende Verdienste erworben
Uns erreichte die traurige Nachricht, dass der vielfache Ehrenämtler, Pferdezüchter und Freund des Pferdesports, Allert Kroner, im Alter von 77 Jahren am Karfreitag (22.04.) nach langer schwerer Krankheit gestorben ist. Von seinen Hüftoperationen hatte er sich eigentlich gut erholt, doch dann kamen andere Beschwerden hinzu und er zog daraufhin mit seiner Frau zu seinen Kindern nach Schwedt an der Oder, nachdem er die meiste Zeit seines Lebens in Demmin verbracht und sich dort großes Ansehen erwarb.
Schon seit frühester Jugend beschäftigt sich Allert Kroner mit Pferden. So wurden ihm in seiner Lehrzeit im brandenburgischen Marcce Hengste zur Betreuung anvertraut, die er gewissenhaft versorgte. Nach der Lehre besuchte der Verstorbene die landwirtschaftliche Fachschule und legte 1955 das Staatsexamen ab. Danach übernahm er eine leitende Stellung in der Tierproduktion Greifswald-Weitenhagen-Dersekow. Es ist ihm mitzuverdanken, dass hier neben der Rinderproduktion eine Pferdezucht aufgebaut wurde. Dabei standen ihm Peter Köpnik und Jochen Welzer zur Seite, die auch heute noch aktiv den Pferdesport in Dersekow unterstützen.
Bis 1980 leitete Allert Kroner neben der beruflichen Arbeit und seinem aktiven Reiterleben (er war erfolgreicher Dressurreiter) die Geschicke des Kreisfachausschusses (KFA) Greifswald. 1980 mußte er eine für ihn nicht leichte Entscheidung treffen: Das Angebot als Bereichsleiter vom Gut Radegast (Sachsen-Anhalt) annehmen oder dem Werben von Fritz Joseph (früherer Demminer Erfolgsreiter) nachgeben, eine leitende Stellung in der Tierproduktion Demmin anzunehmen. Kroner entschied sich für Demmin und baute hier in der LPG mit großer Unterstützung von Fred Narloch und Rainer Tietböhl (heute Bauernpräsident) die Abteilung Pferdezucht auf. Von 1980 bis 1990 leitete er auch den KFA Demmin.
In der schweren Umbruchzeit nach 1990 hat sich Allert Kroner weiter in die Pflicht nehmen lassen und wurde 1. Vorsitzender des Reit- und Fahrvereins Demmin. Er engagierte sich mit ganzer Kraft für den Verein und war einer der Hauptakteure bei der Organisation der jährlichen Traditionsturniere auf der Reitanlage Demmin am Kirchengut. Er fungierte häufig als Sprecher auf Turnieren und Reitertagen, gab Unterrichtsstunden für Anfänger, organisierte und trainierte eine Quadrille auf der Anlage des ehemaligen Reiterhofes Beerbaum in Wotenick und unterstützte andere Vereine. Eine ganz besonders verantwortungsvolle Aufgabe übernahmen Kroner und seine Frau Heide mit der reiterlichen Betreuung von behinderten Menschen.
Auch pferdezüchterisch ist Allert Kroner ehrenamtlich aktiv gewesen. Seit Gründung des Zuchtverbandes war er bis Anfang 2004 Vorsitzender des regionalen Pferdezuchtvereins Demmin und arbeitete im Vorstand des Verbandes mit. Als Züchter beschäftigte er sich zuletzt vor allem mit Haflingern. Er züchtete mit haflingerblütigen Reitponystuten wie Winzerin v. Winfried (Hafl.), Speerspitze v. Sterling (Hafl.) und Steffi v. Steptus (Hafl.). Später kaufte er sich die Stute Winterfee (v. Winter) aus dem Gut Borken hinzu, die den Staatsprämientitel erhielt. Aus der Zucht von Werner Reimer kam die Stute Andante (v. Albatros) hinzu. Aus der Anpaarung Andante mit Askhan wurde 2005 die Stute Hera geboren.
Ab 1994 übernahm Allert Kroner darüber hinaus den Vorsitz des Tierzuchtvereins Demmin. Gemeinsam mit Ehefrau Heide, genoss er gelegentlich die Natur mit Ausritten im Devener Holz. Die Pferdewelt von Mecklenburg-Vorpommern verliert in Allert Kroner einen ihrer ganz großen Persönlichkeiten. Sein ehrenamtliches Engagement ist Vorbild für die Jugend der heutigen Zeit. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie. Wir verneigen vor ihm und werden seiner in Ehren gedenken. (HMW)