Blowatz (01.-03.08.2008)
Erschienen am 04.08.2008
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Granzow und Trost siegten in Blowatz
Das Turnier zählt zu den beliebtesten im Land. Dazu trägt die großzügige Reitanlage, aber auch die besondere Herzlichkeit der Veranstaltercrew bei.
Es gab wieder über 1.000 Startmeldungen in 40 ausgeschriebenen Spring-, Dressur- und Fahrprüfungen der Klassen E bis S, die 29 Stunden Programm in drei Tagen erforderten. Mehr als 2.000 Besucher wurden an den drei Wettkampftagen gezählt. Sybille Stepputat und Ingo Meißner hatten mit ihren Helfern keine Mühe gescheut, das Turnier wieder zu einem Erlebnis für "Jedermann" werden zulassen. Dass in die Ausschreibung versehentlich ein Passus bezüglich des Preisgeldauszahlungsmodus reingekommen ist, den sie so nicht gewollt haben und erst am Sonntagmittag von ihnen bemerkt wurde, bedauern sie ausdrücklich. Dieser ungewollte Passus sah vor, dass nur die vier Erstplatzierten Preisgeld erhalten. "Das wird es im nächsten Jahr nicht mehr geben", versicherte Ingo Meißner, der sich seit letztem Jahr als Motor für das Traditionsturnier einsetzt.
Zu den reitenden Gästen gehörten auch einige gut reitende Teilnehmer aus den USA, die in Gadebusch und Zülow zu Besuch waren um Pferde zum Kauf auszuprobieren und von Maik Riestedt und Michael Nagel bestens betreut wurden. Eingebunden in das Turnier waren auch wieder die Kreismeisterschaften des Landkreises Nordwestmecklenburg. Blowatz ist eines der wenigen Turniere im Land, die neben Springen und Fahren auch Dressur auf hohem Niveau bis Klasse S ausschreiben. Mehr als 30 Gespanne nahmen an den Fahrprüfungen teil, was den Stellenwert auch dieser Disziplin in Blowatz ausdrückt. Auch Bürgermeister Ernst Neumann ist voll des Lobes über die Aktivitäten des RFV. "Die Gemeinde war angesichts der Aktivitäten gern bereit den Eigenanteil für die Fördermittel zur Verbesserung der Anlage aufzubringen", sagte er.
Mit Reinhard Meißner gewann einer der Hauptinitiatoren des Turniers unter dem Jubel seiner Fans die Kombinierte Wertung aus Dressur und Hindernisfahren (incl. Geländehindernisse) der Einspänner mit seinem imposanten Friesen Julian. Bei den Vierspännern ließ sich in Klasse M der Landesmeister des Jahres 2007, Fred Dittberner (Kladrum) den Sieg nicht streitig machen. Bei den Ponygespannen in gleicher Klasse und Anspannung siegte Rüdiger Schulz aus dem benachbarten Neuhof (Poel). "Ich bin schon etweasn stolz, dass ich in meinem Viererzug nun alles Ponys aus meiner eigenen Zucht habe", sagte der 40-Jährige.
Den großen Springprüfungen galt natürlich das Hauptinteresse. Acht Reiter-Pferd-Paare erreichten im Großen Preis des Getränkehandels Meißner am Sonntag die Siegerrunde. Als erster Starter legte Hallenlandesmeister Matthias Granzow auf Quentin Tarantino (ein Sohn der bekannten Grandelstein-Stute Gesine, mit der Rolf Günther vor Jahren sehr erfolgreich war) mit 40,60 Sekunden eine schnelle Zeit vor, riskierte dabei aber einen Abwurf. Sofort im Anschluss musste der Passiner mit seinem zweiten Pferd, dem gekörten Hengst Cheval de blanc an den Start, nahm erneut eine Abkürzung und blieb bei 41,36 Sekunden fehlerfrei. Daran bissen sich alle anderen Konkurrenten mit Fehlern die Zähne aus, die gezwungen waren, auch die riskante Abkürzung zu wählen, wenn sie an die Spitze wollten. So gewann Matthias Granzow nicht nur das Springen, sondern wurde auch Zweiter. Auf dem 3. Platz folgte mit Holger Hecht auf Lexa ein Gast aus dem niedersächsischen Dahlenburg.
Am Samstag musste sich der 31-jährige Matthiass Granzow noch dem Esten Jüri Sokolowski geschlagen geben, der auf seiner eigenen Schweden-Stute Felicita das S-Springen in der zweiten Phase mit fehlerfreiem Ritt in 37,47 Sekunden gewann. Granzow ritt sein Derbypferd Antik und wurde mit einer halben Sekunde Rückstand Zweiter. Auf den 3. Platz (0/42,83) kam mit Juliane Weihs (Grevesmühlen) auf Atlantis Z eine Reiterin der Region. Sie gewann am späten Samstagabend auch das spektakuläre Zweikampfspringen in der Finalpaarung gegen den Redefiner Christian Krause auf Sinclair. Außerdem sicherte sich "Jule" Weihs ein L-Springen auf Cissuri Te Pai.
Das erste Springen der großen Tour am Samstag (M-Zwei-Sterne) gewann die 25-jährige Kathrin Leibold (Wismar) auf Nele vor Ronja Bergmann (Poel) auf dem Mecklenburger Hengst Carlo (v. Chacco-Blue). Mit der Schimmelstute Nele sicherte sich Kathrin Leibold noch ein weiteres M-Springen und schlug dabei mit Kai Rüder (Fehmarn) immerhin einen Teilnehmer an der olympischen Military von Athen und André Plath (Poel). Bemerkenswert auch der Doppelerfolg von Hela Heiden (Alt-Sammit) in einem L-Springen auf Mondnixe und dem Trakehner Hengst Der Dürer TSF. Über zwei A-Siege auf Raptus und Carisma B durfte sich Matthias Balck (Neuenhagen) freuen.
Die höchste Aufbauprüfung des Turniers, eine Springpferdeprüfung Klasse M, gewann am Freitag André Plath mit Wertnote 8,5 auf dem Schimmel Come along. Mit dem sechsjährigen Hengst Carlo wurde Ronja Bergmann Zweite (8,3). Die siege in den fünf anderen Springpferdekonkurrenzen gingen an Christoph Lanske (Stall Vineta) auf dem Hengst Cassgo (8,3), Michael Nagel (Gadebusch) auf Candy is Dandy (8,5), Andreas Bäse (Stall Auge) auf Cindie (8,4), Rolf Günther (Redefin) auf dem Mecklenburger Hengst Doubles Well (8,5) und Matthias Granzow auf Comic (8,3). Insgesamt stand 31 mal die Wertnote 8,0 und besser in den Ergebnislisten.
Nach einer Pause wurde auch wieder eine S-Dressur ausgeschrieben. Dass die S1 seit neuem Aufgabenheft auf einem 20x40m Viereck zu reiten ist, fiel bei Erstellung der Ausschreibung noch nicht auf. "Damit allein sind die mäßigen Ergebnisse nicht zu begründen" sagte Richter Bento Körner. Ein beachtenswertes Ergebnis lieferte Sina Trost aus Dolgen, die für den RC Passin startet. Ihre bewegungsstarke Schimmelstute Carrera wird in den Lektionen immer sicherer und auch Spannungen aus zurückliegender Zeit konnten weitgehend abgestellt werden. Mit Wertnote 7,2 (72%) gewann die die Prüfung überlegen. Auf den 2. Platz kam Rene Mencke mit dem Ganschower Gestütshengst Luxor (6,8). Zweimal 6,7 gab es auf dem 4. Platz für Stephanie Leue (Hamburg) auf Del Solento SL und Ralf Voß (Ritzerow) auf Lamborghini.
Zuvor führte Anne Stolzenburg (Zierow) die Ehrenrunde in der M-Dressur M8 mit Wertnote 7,4 auf Ragano an. Hier wurde Ralf Voß auf Lamborghini Zweiter. Auch die Dressurprüfung Klasse L (L8) gewann mit Anne Stolzenburg die Landesmeisterin der der Jungen Reiter. Markus Suchalla (Kempke Hof), der die L2 mit Wertnote 7,5 gewann, wurde auf der dream of Heidelberg II-Stute Delta Queen Zweiter (7,4). Erstmals startete Anne Pyrek (Zierow) unter ihrem neuen Familiennamen Hartig (wir gratulieren an anderer Stelle) und kam in der L2 mit Solistin auf den 2. Platz. Die Reitpferdeprüfung, eine Sichtung für das Bundeschampionat, gewann Andrea Elsholz mit Wertnote 8,08 auf dem vierjährigen Mecklenburger Wallach Sandoso,. Der San Rubin/ Carprilli-Sohn aus der Zucht von Helmut Wendlandt (Prisannewitz) trat zum erste Mal öffentlich auf und hat sich mit seinem Sieg (Trab 8,0, Galopp 9,0, Schritt 8,5) für das Bundeschampionat empfohlen.
Die neuen Kreismeister:
Dressur
Junioren und Junge Reiter: Michele Zuther (Klein Labenz) auf; Reiter: Andrea Elsholz (Zierow).
Springen
Junioren: Sophie Dörre (Pötenitz); Junge Reiter: Julia Steppe (Zierow); Reiter: Andreas Brandt (Neuendorf); Senioren: Dr. Martina Reemtsma (Zierow) und Hans-Peter Grewe (Gadebusch).