Mühlengeez (14.-17.08.2008)

Erschienen am 19.08.2008
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Holger Wulschner gewann den Großen Preis
Die Reiter strömten wieder in Scharen zur "Pferd 2008" nach Mühlengeez, lobten die Organisation und die guten Bedingungen.

Am Sonntagnachmittag verfolgten 4.000 Besucher bei schönstem Wetter den Großen Preis von Mühlengeez und sahen zu, wie ihr Idol, Holger Wulschner, zum Sieg galoppierte. Auf dem Schimmel Apollo King de Lauzelle war er in einem Feld von zehn Reitern in der Siegerrunde des Drei-Sterne-Springens mit 46,34 Sekunden der Schnellste, und blieb dabei fehlerfrei. Zuvor hatte sich der Brite Richard Robinson aus Sommerstorf auf Lysander mit 47,71 Sekunden an die Spitze gesetzt, der am Ende Zweiter wurde. Der Sieger des Hauptspringens am Samstag, André Thieme (Plau) sorgte auf seinem Nachwuchspferd Katie riddle (achtjährig v. Kolibri) für eine Überraschung und wurde Dritter.

An allen Tagen lieferte der erst 15-jährige Syrer Ahmad Saber Hamcho tolle Runden, blieb auch im Großen Preis auf Montanus Colorado fehlerfrei und belegte den 4. Platz. Vorjahressieger Heiko Schmidt musste sich auf Lagano bei insgesamt 39 Startern diesmal mit dem 7. Platz begnügen. "Ich habe hier viele Fans, umso mehr freue ich mich, dass ich ihre Erwartungen mit dem Sieg erfüllen konnte, sagte Holger Wulschner, der den Schimmel Apollo King von seinem russischen Besitzer Vladimir Tuganow erst vor kurzem zur Verfügung gestellt bekam, nachdem er ihn auch schon unter dem Sattel hatte, bevor der belgische Kashmir-Sohn zu Tuganow kam.

145 Reiter aus 73 Vereinen ganz Deutschlands haben für mehr als 490 Pferde 1.160 Startmeldungen in den 22 ausgeschriebenen Springprüfungen abgegeben. Ein Mammutprogramm, das logistische Filigranarbeit erfordert. "Wir sind stolz, das so viele Reiter bei uns gemeldet haben. Ein Beweis dafür, dass wir das richtige Konzept haben und den Reitern die Ausschreibung und die reiterfreundlichen Bedingungen bei uns gefallen", freute sich Christin Weinhold, die Turnierleiterin von der MAZ GmbH.

Lange hatte er nach seinem Derbysieg wieder auf einen großen Erfolg warten müssen, in Mühlengeez war das Glück wieder auf seiner Seite. André Thieme war im Preis vom Lübzer Pils am Samstag fünfter Starter auf Cilest und ließ von Beginn an keinen Zweifel am Siegeswillen aufkommen. Zuletzt nicht immer voll konzentriert, kam die elfjährige Convoi-Stute Cilest in dem Zwei-Phasen-Springen Klasse S** trotz hohem Tempo und engsten Wendungen nie in die Nähe einer Stange und André traf an allen Sprüngen den richtigen Absprungpunkt. Mit einem fehlerfreien Ritt in 34,72 Sekunden setzte er eine Marke, an der sich alle 44 Konkurrenten die Zähne ausbissen. Die international erfahrenen und mit Championatsmedaillen hoch dekorierten Reiter Carsten-Otto Nagel (Wedel) und Lars Nieberg (Homberg-Ohm) blieben auf Natalie und For Keeps eine Sekunde unter der Zeit von Thieme und wurden Dritter und Vierter. In Gefahr geriet die Bestzeit noch mal, als Richard Robinson, Teamgefährte von André Thieme, mit Olli-Pop als 41. Starter im Parcours war, mit 34,93 Sekunden die Bestzeit nur um zwei Zehntel Sekunden verfehlte und Zweiter wurde. "Es wurde wieder mal Zeit, dass ich ein großes Springen gewinne. Der Sieg auf Cilest, eine Kämpferin die immer bis an ihre Leistungsgrenze geht, gibt mir wieder Vertrauen für die nächsten Aufgaben", sagte André Thieme nach dem Sieg.

Das erste Springen der Großen Tour am Freitag hatte Carsten-Otto Nagel, der eigentlich als Ersatzmann mit nach Hontgkong fahren sollte, auf Natalie gewonnen. Auch hier wurde Richard Robinson Zweiter auf Chaplin und kam auf dem gewaltig springenden Schimmel Carlucci auch auf den dritten Platz.

Im Finale der Youngster-Tour am Sonntag präsentierte sich der gebürtige Güstrower Martin Wißenbach erneut von seiner besten Seite. Auf dem siebenjährigen gekörten Hengst Quick Lord (v. Quick Star) war er in der zweiten Phase des S*-Springens am Ende fast sechs Sekunden schneller als Jörg Möller (Garlitz), der auf Clear Round Zweiter wurde. Auf Pentagon wurde der 30-jährige Martin Wißenbach, der in Sommerstorf trainiert, auch Vierter.

Bereits am Freitag hatte der talentierte Reiter, der immer mehr ins Blickfeld der Spitzenreiter rückt, die erste Qualifikation auf Quick Lord mit fehlerfreiem Ritt in 56,11 Sekunden gewonnen. Dabei schlug er Doppel-Mannschaftsweltmeister Lars Nieberg, der auf Genua Zweiter wurde (0/58,37). Die Abteilung der achtjährigen Pferde gewann sein Trainingskollege Richard Robinson auf Crisou. Heiko Schmidt wurde auf Coverlady Zweiter. Anschließend kam der Berufsreiter Martin Wißenbach noch zu einem Sieg in einem M**-Springen für sechsjährige Pferde auf dem Mecklenburger Landeschampion Cognac. Am Samstag in der 2. Qualifikation musste Robinson den Esten Jüri Sokolovski mit Felicita an sich vorbei ziehen lassen und wurde Zweiter. Bei den Siebenjährigen wurde Thomas Kleis auf dem gekörten Hengst Lando-Lindo Sieger.

Das Stilspringen Klasse M der Nachwuchsreiter, Qualifikation zum "Partner Pferd-Cup", gewann Janine Stechow (Kühlungsborn) mit Stilnote 8,2 auf Adycate. Julia Steppe (Zierow) wurde mit 7,8 auf Korano Zweite und der 3. Platz ging an Steffi Rauschenberg (Neubrandenburg) auf Liera (7,6). Am frühen Sonntagmorgen freute sich die Passinerin Theresa Beste über ihren Sieg im Zwei-Phasen-Springen Klasse M auf Miami Beach, das sie vor Hela Heiden (Alt Sammit) gewann, die den Trakehner Hengst Der Dürer TSF ritt. Hela Heiden wiederum gewann zwei Springen auf der siebenjährigen Pinatubo/Rathenow-Stute Mondnixe. Im M*-Punktespringen setzte sie sich mit dem einzigen Ritt unter 50 Sekunden gegen Stefanie Reckendorf (Malchow) durch. Noch schneller war in der 1. Abteilung Thomas Kleis (Schloss Wendorf) auf Copasetic. Zwei Abteilungen L-Springen wurden eine Partnerangelegenheit für Hela Heiden und Christoph Amelong. Hela siegte in der 1. Abteilung auf Mondnixe, Christoph in der 2. Abteilung auf Wanda. Ein M**-Springen für Amazonen ging am Freitag an die Sommerstorferin Susann Eckwert auf My Monique. Auf Katina wurde die 20-Jährige auch Dritte.

Thomas Kleis auf Crocant und Condor Blue und Heiko Schmidt auf Claretta und Celesta waren mit je zwei Siegen und zahlreichen Platzierungen die erfolgreichsten Reiter in den Springpferdeprüfungen am Donnerstag. Die höchsten Noten gab es mit jeweils 8,5 aber für die Siege von Steffen Schott (Stall Vineta) auf Callboy, Mynou Diederichsmeier (Dallgow) auf Clausi und Katrin Schmidt (Neu Benthen) auf Carmina, die die Springpferdeprüfung Klasse M für sechsjährige Pferde gewann. Das gute Abschneiden krönte Steffen Schott mit weiteren Platzierungen auf den Hengsten Chicago Cup und Skyscraper. Auch Matthias Granzow (Passin) und Andreas Bäse (Stall Auge, Güstrow) konnten sich mehrfach vorn platzieren.

Den krönenden Abschluss der vier Turniertage bildete ein S*-Punktespringen, in dem sich Holger Wulschner und Heiko Schmidt noch mal ein Kopf-an-Kopf-Duell lieferten. Heiko saß im Sattel des Mecklenburger Vizebundeschampion Coco und ärgerte sich über einen Fehler am Aussprung der zweifachen Kombination im Youngsterfinale. Deshalb strebte er unbedingt noch einen Sieg an und legte auf dem Cellestial-Sohn ein mörderisches Tempo vor. Mit der vollen Punktzahl von 44 und 39,08 Sekunden war er zwei Sekunden schneller als der bis dahin führende Jörg Kreuzmann (Neumünster) auf Classic Highfly. Dann der Angriff von Holger Wulschner auf Shadow G. Der Fuchs sprang hervorregend und es sah nach neuer Führung aus. Die Uhren hielten aber bei 39,34 Sekunden und so kam Heiko Schmidt doch noch zu einem S-Sieg.

Es gab viel Lob für den Veranstalter. "Wir sind froh und dankbar, dass sich Christin Weinhold und Astrid Schneider vom MAZ so engagiert für das Turnier einsetzen und wir praktisch vor der Haustür so viele Prüfungen auch für unsere jungen Pferde haben", sagte Holger Wulschner, der das Turnier auch persönlich unterstützte.

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