Pasewalk (26.-28.05.2007)
Erschienen am 28.05.2007
Derby-Dritter Richard Robinson gewann auf Lysander zwei S-Springen und wurde auf Carlucci jeweils Zweiter.
Ein rundum sportliches Pfingstwochenende erlebten die Freunde des Pferdesports in Pasewalker Reitstadion. Nicht nur, das es über 1.100 Startmeldungen gab, auch das Leistungsniveau war hoch. Ganz knappe Entscheidungen zeugten von der hohen Qualität und Leistungsbereitschaft der Reiter Pferd Paare. Seit Jahren nutzen bekannte Reiter das hochkarätige Pasewalker Turnier, um auch junge Pferde an den Sport heranzuführen. Drei S-Springen waren die sportlichen Höhepunkte der Veranstaltung. Am Samstag gingen dazu 31 Paare an den Start. Trotz des leistungsstarken Teilnehmerfeldes unter anderem auch mit dem Dritten des Hamburger Derbys, gab der aus dem benachbarten Polzow stammende Olaf Jürgens der Konkurrenz auf Gaston D das Nachsehen. Der 40-jährige Vorsitzende des Kreisreiterbundes Uecker-Randow verwies Rene Hackbarth (Holzendorf) mit Louisiana und Martin Wissenbach (Sommerstorf) mit Coolia auf die Plätze zwei und drei.
"Fast wie beim Hamburger Derby", sagt Turniersprecher Jörg Weinhold, "das Ergebnis des zweiten S Springens des Wochenendes". Nur, das Richard Robinson nicht auf den dritten sondern die beiden ersten Plätze belegte. Im Punktespringen Klasse S ging er am Pfingstsonntag mit drei Pferden an den Start. Lysander, nach langer Zwangspause erstmals wieder in einem S-Springen dabei, und Carlucci brachten ihn mit je 44 Punkten in 48.91 und 49.37 Sekunden die vorderen Plätze. Komplett machte den Erfolg für den "Alten Landsitz" Martin Wißenbach, der mit Coolia Dritter wurde. Mit Christoph Lanske kam ein junger Mann vom Reitstall Vineta aus Altenhagen mit Prinz von Preußen auf den 4. Platz.
Der Pfingstmontag wurde erneut zum Triumph von Richard Robinson. In der Siegerrunde des Großen Preises von Pasewalk war es erneut der vermögend springende Lysander, der schon unter Thomas Kleis Kaufinteressenten aus Europa nach Sommerstorf lockte, der den Briten zum Sieg trug. Auf dem erst siebenjährigen Carlucci, der beim Hamburger Derby in allen drei Ergebnissen der Youngster-Tour zu finden war, wurde der 25-Jährige wiederum Zweiter. Hinter Max-Hilmar Borchert (Stechlin-Menz) wurde Matthias Granzow (Passin) auf dem Hengst Cabrol Amicor Vierter.
Ein tolle Leistung lieferten in Pasewalk die "Vineta-Reiter". Christoph Lanske gewann auf Costa-Calida mit Wertnote 8,4 die Springpferdeprüfung Klasse M vor Anna Jürgen (Polzow) auf Levado (8,3) und Martin Wissenbach auf Pirgitta (8,1). In Klasse L wurden Lanske und Costa-Calida mit Wertnote 8,3 Zweiter hinter Dirk Schröder auf Quaterback (8,5). Das Zwei-Phasen-Springen Klasse M/B gewann der 18-Jährige auf Arctos und ließ Alexander Bredlow vom Gastgeberverein, der auf Living-Sky Zweiter wurde, um fast drei Sekunden hinter sich. Im M/A-Springen war es die Schimmelstute Bacardie, mit der er in der 1. Abteilung den einzigen strafpunktfreien Ritt ablieferte und Sieger wurde. Auf Costa-Calida wurde er außerdem auch Dritter. Tolle Runden drehte auch Jüri Sokolowski. Auf der Carthago-Stute Carthanja gewann er die 1. Abteilung des Zwei-Phasen-Springens Klasse M/B vor Dirk Schröder (Lentföhrden) auf Akribie F.
Zwei Springpferdeprüfungen für vierjährige Pferden gingen an den Cefalo-Sohn Call me vom Gut Vorder Bollhagen, der erstmals auf einem Turnier zum Einsatz kam und von Markus Schindler (Groß Viegeln) vorgestellt wurde. Ein M-Springen gewann Kati Lekander (Zirzow) auf dem Hengst Champion De Cord. Diethard Papendorf, auf dessen Station Tentzerow Champion De Cord steht, wurde auf Landrover, ebenfalls ein Hengst seiner Station, Zweiter. Auch eine Qualifikation zum CSI-Junior-Springcup war in Pasewalk ausgeschrieben. Der Sieg ging an Steffi Rauschenberg (Neubrandenburg) auf Granne, vor Benjamin Wulschner auf Mystic Shadow und Corino. Mit ihrem neuen Pferd Azora wurde Nicole Boller (Dummerstorf) Vierte.
Der herausragende Dressurreiter in Pasewalk war wieder mal Ralf Voß (Ritzerow). Auf dem von Elke Luhbahn in Schmarsow gezogenen Latimer-Sohn Lamborghini gewann er die L-Dressur L5 mit Wertnote 7,7 und die M3 mit 7,4. Mit jeweils großem Abstand folgte Gabriela Lyck-Piehl (Neuenhagen bei Berlin) mit Lanzelot. Das Paar gewann aber die Dressurreiterprüfung Klasse L mit 7,6. Hier wurde die aus dem benachbarten Rothenburg stammende Silvia Körk mit Wolkenlady Dritte (7.1). Jeweils den 4. Platz belegte das Paar in der L-Dressur L4 (6,8) und in der M-Dressur M5 (6,4). In letzterer gemeinsam mit Nadja Engel (Reez) auf Merano.
Ihr Können bewiesen aus der Region auch Vivien Perdeck (Krackow) mit El Paso (7.8 / 1. Platz) in der E-Dressur, vor Franziska Zehm (Tanger/Bismark) mit Wolkenlady (7.4). Constanze Gutzmer (Pasewalk) behauptete sich im Zwei-Phasen-Springwettbewerb mit San Capitello. So spannend wie der Samstag endete, ging es am Sonntag weiter. Neben den Dressur- und Springwettbewerben kamen das Fahren und der Führzügelwettbewerb der jüngsten Reiter hinzu. Und wer bei letzterem wohl das größere Herzklopfen hatte, Eltern oder Teilnehmer, ist fraglich. Aber das ist das Schöne, bei diesem Wettbewerb, gibt es nur Gewinner. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten eine Siegerschleife und einen Ehrenpreis. Extra heiß ging es im Hindernisfahren der Zweispänner Klasse A und besonders im Hindernisfahren Jagd um Punkte Zweispänner Klasse A zu. An den Start gingen 12 beziehungsweise 11 Gespanne. Favoriten diesmal die kleinsten Pferdchen, die dieser Rolle auch gerecht wurden. In rasanter Fahrt jagte Patrick Müller mit seinen Ponys Mäxchen und Karino (Plöwen) über den Parcours und holte sich in beiden Prüfungen den Sieg.
Erfolgreich auch die Lokalmatadore. Alexander Bredlow holte sich in der 2. Abteilung der Punktespringprüfung Klasse L mit Living-Sky den 2. Platz vor Dieter Gottschalk (Groß Vielen) auf Galactica. Im Zwei-Phasen-Springen Klasse M/B wurde Rene Swierczek (Torgelow) auf Ledorat Dritter hinter Alexander Bredlow und Christoph Lanske. Martin Giese (Book) wurde mit Bricks Dritter in einem A-Springen. Der Sieg ging an Benjamin Wulschner (Vierow) auf Josephine. Der in Krackow beheimatete und jetzt für Lützow Herfort startende Niels v. Hirschheydt holte sich mit Laci einen Sieg in der Punktespringprüfung Klasse L.
Elke Ernst