Hamburg: 142. Deutschen Galopp-Derby
Erschienen am 05.07.2011
Waldpark vom Gestüt Ravensberg in Güterloh gewann das Derby

Für das Traditionsgestüt aus Gütersloh war das Derby 2011 in Hamburg-Horn ein historischer Triumpf. Nach den Derbysiegen von Wilderer 1958 und Waidwerk 1965 gewann das Familiengestüt Ravensberg zum dritten Mal die Krone des deutschen Turfs. Bei heftigen Regenschauern spurtete der 115:10 Außenseiter Waldpark auf tiefem Boden allen 17 Kontrahenten davon. Der von Andreas Wöhler trainierte und Jozef Bojko gerittene Hengst sicherte mit zwei Längen Vorsprung dem Gestüt Ravensberg 477.000 Euro Preisgeld. Im insgesamt mit rund 800.000 Euro dotierten bedeutendsten deutschen Zuchtrennen belegte der ebenfalls von Andreas Wöhler trainierte Earl of Tinsdal unter Eduardo Pedroza den 2. Platz. Dritter wurde Saltas mit dem Derbyspezialisten Andrasch Starke. Der Toto-Favorit und einziger Ausländer Brown Panther aus dem Besitz des englischen Fußballstars Michael Owen (Manchester United) führte bis zur Zielgeraden das 18er Derbyfeld an. Am Ende ging ihm die Puste aus. Immerhin reichte es noch zu Platz 5. Die Gewinnsumme von 10.000 Euro deckten aber nur zu einem Viertel die Transportkosten von der britischen Insel nach Hamburg. Zu den Verlierern des Derbytages zählte wohl auch der Leipziger Trainer des Gestütes Schlenderhahn. Jens Hirschberger schickte gleich fünf Hengste mit besten Referenzen ins Rennen, aber nur Mawingo unter Stalljockey Adrie de Vries galoppierte auf Rang 4 und somit ins Geld. Schlenderhahns Nr. 1, der zu den Favoriten zählende Arrigo enttäuschte unter dem aus Irland eingeflogenen Top-Jockey vollends und wurde Letzter.
Waldpark, der Derbysieger 2011, entstammt übrigens aus einer der ältesten und zugleich erfolgreichsten deutschen Stutenlinien, die der 1943 geborenen Alchimist-Tochter Waldrun. Denn die bereits erwähnten Derbysieger Wilderer und Waidwerk gehen als Sohn bzw. Enkelsohn direkt aus dieser Linie hervor, ebenso Windwurf, der zweifache "Galopper des Jahres" (1976 + 1977) sowie die St. Leger-Siegerin 1993, Wurftaube. Der Warmblutzucht lieferte Waldrun mit ihrem Sohn Waidmansdank und ihrem Urenkel Wiesenbaum zwei Hengste für das Landgestüt Celle. Deren Blut ist heute noch in einigen Linien verankert. So zum Beispiel bei dem Hannoveraner Stylist. Der Springsieger der "Mecklenburger Körtage 2009" aus dem Besitz von Heiko Schmidt führt über Stakkato sowohl Waidmannsdank xx wie auch Wiesenbaum xx in seinem Leistungspedigree, wenn auch in den hinteren Generationen. (V. Tauchnitz)