Wiesbaden: 2. Qualifikation der Global Champion Tour
Erschienen am 28.05.2012
Französischer Sieg - ganz ungalant
Meredith Michaels-Beerbaum wurde in Global Champion-Qualifikation von Wiesbaden Zweite mit Bella Donna. Foto: WRFC, rscp.
Wiesbaden - In der Wiesbadener Global Champions Tour ging es um Sportlichkeit, Schnelligkeit und Geld. Das wollte sich der Franzose Olivier Guillon nicht entgehen lassen, gewann - ohne der Dame Meredith Michaels Beerbaum galant den Vortritt zu lassen - und nahm 94.050 Euro Siegprämie mit nach Hause.
Mit seinem 13-jährigen französischen Wallach Lord de Theize lieferte sich Guillon ein ‚heißes’ Stechen mit Deutschlands Top-Amazone Meredith Michaels-Beerbaum. Das bedeutete: wendige Erfahrung contra sprunggewaltigen Youngster. Zwar sind beide Reiter schon etliche Male in internationalen Parcours unterwegs und erfolgreich gewesen, aber Michaels-Beerbaums Bella Donna beginnt gerade erst ihre Karriere während Lord de Theize sogar schon Championats-Erfahrung hat. Bella Donna ist neun Jahre, eine Tochter von Baldini und seit drei Jahren unter dem Sattel der 42-jährigen Mannschafts-Weltmeisterin. "Ich glaube, an diesem Pferd werden sowohl der deutsche Bundestrainer als auch die Reiterin noch sehr viel Freude haben", ist Michael Krieger, der sportliche Leiter des PfingstTurniers, überzeugt. "Dieses Pferd hat noch eine große Karriere vor sich. Das Springen war wirklich richtig schwer und die Stute hat das mit Bravour gemeistert." Meredith Michaels-Beerbaum, kurz MMB, selbst schwärmte: "Ich setze große Hoffnungen in Bella Donna. Das war ihr bestes Resultat bisher. Ich bin absolut begeistert, wie sie das gemacht hat." Bella Donna ist MMBs Olympiahoffnung, am kommenden Wochenende wird die Stute bei ihrem ersten Nationenpreis an den Start gehen. Der französische Mannschafts-Vizeweltmeister aber erkannte in Wiesbaden seine Chance: "Wäre Meredith hier mit Shutterfly am Start gewesen, dann wäre es sehr schwer geworden. Aber ich habe mir gedacht, dass sie mit dem jungen Pferd noch nicht voll angreift".
MMB und Guillon waren die einzigen Reiter, die in beiden Umläufe des GCT-Springens fehlerfei blieben und sich für das Stechen qualifizierten. Auf dem dritten Platz folgte ‚eine kleine Überraschung’, der 19-jährige Spanier Manuel Anon Suarez mit dem schnellsten Vier-Fehler-Ritt im zweiten Umlauf: "Ich bin zufrieden, ich sitze hier neben zwei Superstars", sprach er und strahlte.
Im Zwischenranking der Tour führt weiterhin die Australierin Edwina Tops-Alexander mit 96 Punkten vor Marcus Ehning mit 82 Punkten. Tops-Alexander hatte in Wiesbaden keine Chance, ihr Tourkonto weiter aufzustocken. Sie war im Mittagsspringen gestürzt und hatte sich eine Gehirnerschütterung zugezogen, was einen Start in der Global Champions-Tour in Wiesbaden für sie unmöglich machte.
Jochen Kettner, Vorstandsmitglied des Wiesbadener Reit- und Fahr-Clubs, resümierte nach der Premiere der Global Champions Tour in Wiesbaden: "Wir haben seit 76 Jahren das Turnier hier und jedes Jahr überlegen wir uns ein neues Highlight. Das war in diesem Jahr ganz klar die Global Champions Tour und wir freuen uns auf die nächsten gemeinsamen Jahre."