Weltmeisterschaft der Vierspänner – 2. Wertungsprüfung
Erschienen am 18.08.2012
Von Stein - Deutschlands "Marathon-Mann"

In der Gesamtwertung nach Dressur und Marathon liegt Boyd Exell (AUS) bei der Weltmeisterschaft in Riesenbeck in Führung.
Hoch spannend verlief die zweite Wertungsprüfung der Weltmeisterschaft der Vierspänner in Riesenbeck, die Marathonfahrt. Für die Gespanne galt es, bei hochsommerlichen Temperaturen, im Anschluss an eine Einlauf-Phase die rund neun Kilometer lange, mit acht technisch anspruchsvollen Hindernissen bestückte Strecke, zu bewältigen. Nachdem der nach der Dressur führende Chester Weber unter anderem durch einen "Fast-Steher" im Agravis-Hindernis wertvolle Zeit hatte liegen lassen, setzte sich der nach der Dressur auf Rang zwei liegende Australier Boyd Exell mit einer "Exell"-enten Vorstellung an die Spitze, die er bis zum 39. von 50 Startern verteidigte. Dann kann der Schwede Thomas Eriksson. Der zweifache Weltmeister brillierte mit der besten Tages-Leistung und gewann damit die Geländeprüfung.
Der erste deutsche Mannschaftsfahrer auf der Strecke , Georg von Stein, der schon in der Dressur die "Prüfung meines Lebens" gefahren hatte, legte zunächst Top-Zeiten in den ersten sechs Hindernisse vor, wollte dann aber am letzen, dem Veltins-Hindernis, etwas zu viel und konnte deshalb den bis dahin führenden Exell nicht abfangen. Von Stein landete in der Endabrechnung auf Rang drei. Dazu der Fahrer: "Ich hatte von Anfang an ein super Gefühl, meine Pferde haben toll mitgemacht. Im Veltins-Hindernis hätte ich besser weniger riskiert und den Weg auf den dritten Buchstaben etwas weiter gewählt."
Hinter Koos de Ronde (4. Platz)/Niederlande belegten Michael Brauchle (5.) und Christoph Sandmann (6.) die folgenden Plätze. Der nach der Dressur führende US-Amerikaner Chester Weber belegte Platz acht.
Insgesamt verkrafteten die Pferde die Hitze weitaus besser als zunächst befürchtet. Dr. Karl Bargheer, Präsident der Veterinär-Kommission: "Die meisten Pferde waren im Ziel erstaunlich gut in Schuss. Hilfreich war, dass ein Großteil der Geländestrecke im Schatten lag." Gut angenommen wurde auch die spezielle Kühlung im Ziel. Der Veranstalter hatte vom CHIO Aachen zwei große Ventilatoren mit Wasserzerstäuber organisiert. Zur weiteren Abkühlung standen außerdem reichlich Wassereimer für die Vierbeiner im Zielraum bereit.
In der Gesamtwertung nach Dressur und Marathon liegt Boyd Exell (AUS) in Führung, gefolgt von Chester Weber (USA) und Georg von Stein. Die weiteren deutschen Fahrer rangieren auf folgenden Plätzen: Christoph Sandmann (6.), Christian Plücker (13.), Daniel Schneiders (15.), Michael Brauchle (17.), Josef Zeitler (20.), Rene Poensgen (23.), Mareike Harm (31.). Wegen Lahmheit eines Pferdes wurde Ludwig Weinmayr aus der Prüfung genommen.
In der Mannschaftswertung behaupteten die Niederlande Platz eins vor Deutschland und dem Team aus Schweden, das die USA auf Rag vier verdrängte.
Die Entscheidung über WM-Gold, -Silber und -Bronze fällt im morgigen Hindernisfahren. Start: 10.30 Uhr.
Alle Ergebnisse: www.riesenbeck2012.de