Acht Klassehengste in Neu Benthen
Erschienen am 10.03.2009
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Volles Haus, tolle Stimmung, optimal vorbereitet und durchgeführt - so erlebten die Besucher die Hengstschau auf der Station Schmidt.
Mit dem Wetter hatte Familie Schmidt aus Neu Benthen bei ihren Veranstaltungen oft Pech. Nicht so bei der Hengstschau am 6. März. So wunderte es nicht, dass die bestens hergerichtete Reithalle - eigens mit Tribüne ausgerüstet - bis auf den letzten Platz gefüllt war. Von Claus Schridde mit seinem profunden hippologischen Wissen und Heiko Schmidt kommentiert, blieb nichts dem Zufall überlassen. Heiko entpuppt sich immer mehr als kompetenter Moderator, wenn es darum geht, Pferde zu präsentieren und dabei dem Zuhörer seine Ansichten von Ausbildung und Anforderungen zu übermitteln.
Doch nicht nur das: Die Station Schmidt ist bekannt dafür, dass sie erstklassige Springhengste in ihren Reihen hat und sucht ständig danach, ihren Kunden neues Blut anzubieten. Das wird beim diesjährigen Hengstlot erneut deutlich, das aus acht Vererbern besteht. Mit blutgeprägten Hengsten hat Heiko Schmidt selbst gute Erfahrungen gemacht und auch Vater Heinz, der sich in die erste Reihen erfolgreicher deutscher Züchter geschoben hat, weiß, dass "Blut" in der Reitpferdezüchtung unverzichtbar ist. Aus diesem Grunde sicherten sie sich bei der Körung im letzten Herbst in Neustadt/Dosse den Halbblüter MONETINI (Monte Bellini aus einer Vollblutstute v. Law Society xx). In allen Reitpferdepoints präsentierte er sich vom Besten, dazu in hervorragendem Typ.
Die Besucher bekamen weitere doppelveranlagte Hengste zu sehen. Neu auf der Station ist auch der sechsjährige CANTERBURY (Cardenio x Brandenburger/Kolibri). Der Körsieger von Neustadt/Dosse, Prüfungssieger und sachsen-anhaltinischer Landeschampion, gehört dem Landgestüt Radegast und soll auf der Station Schmidt für das Bundeschampionat vorbereitet werden. Nicht nur sein Vermögen am Sprung, sondern auch sein großes Bewegungspotenzial, das eine Dressurkarriere rechtfertigen würde, beeindruckte bei der Schau.
Doppelveranlagt ist zudem der jetzt fünfjährige Mecklenburger Landeschampion der vierjährigen Springpferde, CAPE CAPITAL (Continue x Libertino I/Capitol I). Auch er war Prüfungssieger in Redefin und wurde von Katrin Schmidt in bester Weise unter dem Springsattel präsentiert.
Blutgeprägt ist ebenfalls der fünfjährige Holsteiner CHIP (Chello I/Grundyman xx). Der erste Fohlenjahrgang 2008 gibt Anlass zu großen Hoffnungen. Die Fohlen bestachen im Typ. Dreimal wurde Chip bisher in Springpferdeprüfungen eingesetzt, die er alle gewann.
Der fünfjährige oldenburgisch gebrannte LYNFORD stand im letzten Jahr noch auf dem Kempke Hof. Jetzt hat sich die Hengststation Schmidt den Licanto/Calido I-Sohn gesichert, der auf der Mutterseite auch das wertvolle Ramiro-Blut führt. Lynford präsentierte sich als Kraftpaket mit gewaltigem Springvermögen.
Und dann natürlich der Star der Station mit zwei Söhnen: Cellestial, die weiße Wolke mit der unnachahmlichen Vorderbeintechnik hat inzwischen viele "Wölkchen" in den Sport geschickt. Bei der Präsentation durfte er seine Technik unter Karin Schmidt noch einmal zeigen, obwohl er sich selbst nicht mehr beweisen muss. Es macht aber einfach Spaß, dem inzwischen 15-jährigen Cantus x Windesi xx-Sohn zuzuschauen. Zehn gekörte Söhne lieferte er mittlerweile.
Einer von ihnen kommt seinem Vater in Sachen Leistung schon sehr nahe. CHAP ist der Name des fünfjährigen Fuchshengstes, den die Schmidts mit Weitsicht nun schon im dritten Jahr an das Haupt- und Landgestüt Neustadt/Dosse verpachtet haben. Ein Traumhengst mit einem Traumstart im Springsport, der fast alle Springpferdeeinsätze mit einem Sieg beendete und das mit Wertnoten bis zur 9,0. Mit Längen hat der aus einer Contender-Mutter gezogene Hengst bei der Hengstprüfung das Springen gewonnen.
Auch auf der Station Schmidt selbst steht nun ein Cellestial-Sohn. Der blutgeprägte CHIACOMO aus dem Besitz von Wolfgang Hust, Vierow, ist ebenfalls fünfjährig und soll neben dem Zuchteinsatz auf das Bundeschampionat vorbereitet werden. Der Schimmel hat eine Mutter vom Anglo-Araber Matcho.
Die Hengstschau in Neu Benthen war in vielerlei Hinsicht beeindruckend, auch was die Geschwindigkeit des Umbaus betraf. Dazu hatte Heiko Schmidt aus dem Langer der Jungzüchter unter Leitung von Anne Wolter eigens eine Truppe verpflichtet. Auch das Outfit aller Beteiligten, mit neuem Stationslogo, gab der Veranstaltung Qualität. Der Verband der Pferdezüchter nutzte die Gelegenheit, mit Arno Göwe, Broock, einen verdienstvollen Züchter mit der Ehrennadel in Bronze auszuzeichnen.