Plaaz (Feld-Stutenprüfung)
Erschienen am 30.12.1899
Fürstentraum machte eine traumhafte Prüfung
Eine Überfliegerin und weitere Spitzen in einem sonst eher durchschnittlichen Prüfungslot
Es war zu erwarten, dass es einen großen Run auf die letzte Feldprüfung vor der Landeselitestutenschau in Plaaz geben wird. 27 Pferde hatten die Richter Bento Körner und Klaus Bünger aus Oetze zu bewerten. Klaus Bünger sprang für die verhinderten Richter aus dem eigenen Land ein. Michael Thieme übernahm die Aufgabe des Testreiters. Zusammen mit der Prüfung Anfang Juni wurden in Plaaz 40 Pferde geprüft. Insgesamt wurden in dieser Prüfsaison bei sechs Veranstaltungen 117 Pferde geprüft, davon 83 im Feld und nur 34 auf Station. Züchters Wille ist aus diesen Zahlen eindeutig erkennbar. Der Trend geht in Richtung Feldprüfung, wie wir es schon im Bericht von der Prüfung in Tentzerow feststellten. In Plaaz befanden sich 14 Mecklenburger Prämienanwärterinnen unter den 21 dreijährigen Mecklenburger Stuten. Dazu kamen eine Trakehner- und eine Oldenburger Stute. Drei Reitponystuten, darunter zwei Prämienstuten, für die aber keine Prüfung gefordert ist um an der Elitestutenschau teilzunehmen, befanden sich ebenfalls im Prüfungslot.
Die Stuten präsentierten sich sehr differenziert und der Prüfungsdurchschnitt ist mit 7,16 im hinteren Feld aller Prüfungen anzusiedeln. In diesem Jahr ist es gar der niedrigste Wert. Angesichts der Vielzahl an Prämienanwärterinnen umso erstaunlicher und bedauerlich zugleich. Neun Stuten schafften den Schwellenwert von 7,0 nicht, darunter leider auch fünf Prämienanwärterinnen. Die Gründe dafür waren nicht nur in mangelnder Vorbereitung zu suchen. Alle drei Bewertungskriterien, Grundgangarten, vor allem die Rittigkeit und auch die Springanlage, waren bei diesen Stuten bedauerlicherweise unzureichend. Vielleicht hätte sich die eine oder andere Stute bei intensiverer Vorbereitung etwas besser präsentiert, wenn sie mindestens zirka vier Monate intensiv trainiert worden wäre. Eingen mangelte es aber auch ganz einfach an der Veranlagung.
Die Prüfung in Plaaz endete mit Durchschnittswerten im Trab von 6,89, im Galopp mit 7,07 und im Schritt mit 7,32. Das ergibt eine Grundgandartennote von 7,09. Der Fremdreiter vergab im Schnitt Wertnoten von 7,13 und das Springen hatten wir mit 7,31 in anderen Prüfungen auch schon deutlich besser.
Das die Maximum- und Minimumnoten auch in allen Kriterien von 9,0 bis 5,0 weit differierten, dafür sorgte vor allem eine Stute die sich als so etwas wie eine Überfliegerin in Plaaz herausschälte. Die Fürst Heinrich-Tochter FÜRSTENTRAUM CD, auf westfälischer Grundlage über Royal de Saxe bei Cordula Dick in Langen Jarchow bei Sternberg gezogen, katapultierte sich geradezu an die Spitze. Bisher fiel die Braune Lady, die schon mehrfach in Reitpferdeprüfungen präsentiert wurde, gar nicht sonderlich auf. Eher etwas problematisch mit dem Gebiss umgehend, kam ihr Talent nicht voll zur Geltung. Nur vier Tage vor der Prüfung kam sie zu Ronald Lüders, der auf Anhieb begeistert war. "So ein Pferd mit Mecklenburger Brand ist mir noch nicht unterkommen", so sein Statement. Der Fremdreiter sah es nicht anders und vergab für die Rittigkeit eine 9,5. Enorm auch ihr Galopp. Die Richter vergaben für die Grundgangarten im Schnitt den Wert von 8,83. Das besondere an Fürstentraum CD ist zudem, dass sie auch am Sprung ein großes Talent ist. Hier erreichte sie die Wertnote von 8,75. Die Gesamtwertnote von 9,08 ist das Beste was bei Stutenprüfungen in MV bisher vergeben wurde. Hoffentlich bekommt die Stute die Chance, ihr Talent auch als Mutter weiterzugeben bevor sie in den großen Sport geht.
Der 2. Platz ging in Plaaz an die Davignon II-Stute Dynastie aus einer Placido-Mutter bei Ira Denkhaus, Gestüt Kempke Hof, gezogen. Bei ihr imponiert in erster Linie ihre hohe Rittigkeit, die Michael Thime mit 9,0 bewertete. Mit 7,83 sind auch die Grundgangarten fast im guten Bereich angesiedelt. Leider hat sie eine Schwäche am Sprung und kam über 6,75 Punkte nicht hinaus. Das zweitbeste Bewegungspferd war in Plaaz die Don Rubin/Lagoheidor G- Stute DON RUBINA, die in diesem Jahr mit 7,71 die höchste Eintragungsnote im Land hatte. Die Stute aus der Zucht von Rosemarie Kähler (Walow) bekam in der Rittigkeit ein glattes "gut" und im Springen mit 7,0 eine akzeptable Note. Im Schnitt waren das 7,93 und der 3. Platz.
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